Nebenwirkungen eines Glaubens

von Luxus Lazarz

Zieht ein Mensch die Möglichkeit – eines langen, schönen, eventuell unendlichen Lebens – in Betracht, kann diese Betrachtung ihn dahin führen, dass er zu glauben beginnt, was er nicht bis nie beweisen kann. Dieser scheinbar haltlose Glaube, zeigt dennoch in der Welt selbstverständlich Wirkungen im erfahrenen Leben, gegenwärtigen Dasein und Existieren des Menschen allgemein. Jedes Denken, bezüglich des Endens seines Lebens, verschwindet aus dessen Gedankenschatz. Wird dem Entbehrlichen zugeordnet und schafft somit selbstverständlich Platz und freien Raum, für mehr und weiteres Leben.

Ein scheinbarer, jedoch vorübergehender Nachteil zeigt sich dem Menschen anfänglich darin, dass er sich nicht mehr zur Eile antreiben kann. Kein Widerstand hilft. Jegliche Planung von Aktivitäten bringt nur noch mehr Stillstand mit sich. Oft wird ein Mensch über Jahre entschleunigt, damit Körper und Geist sich dann vollkommen und geheilt, bewusst in der Harmonie des Jetzt vereinen. Ein Glaube ist – wie eine Beziehung. Der Geist kann sich rasant vom alten Glauben trennen, doch der Körper braucht Zeit, um das Erkannte zu verstoffwechseln. Es ist also ein ganz gewöhnlicher Prozess. War der menschliche Geist dem eigenen Körper weit voraus in Gedanken und Zielen, bedarf es einer dementsprechenden Ruhezeit, um die sanfte Anpassung einzuleiten und zu ermöglichen.

Der Geist braucht keine Zeit. Der Körper passt sich der geistigen Erkenntnis stetig an, doch schwingt er als dichte Materie, und was für den Geist im fühlbaren Verstehen – eventuell nur eine Sekunde dauert, zeigt sich durch den Körper erst nach Tagen, Wochen, Monaten und manchmal gar Jahren. Je höher der Körper schwingt, umso rasanter kann er die Schwingung des Geistes erfassen und sich diese einverleiben.

Die Schwingung des Körpers sinkt, mit der sich in ihrem Umfang verdichtenden Materie. Leicht ist – was zum Himmel strebt. Mensch wird sanfter mit seinem Körper, will er sich nicht selbst weh tun. Manchmal lernt der Mensch nun auf die harte Tour, was er zuvor kaum bis nie beachtet hat.

Das entspannte Verweilen im ewigen Jetzt ist einem Menschen nur wahrhaft möglich, wenn er konsequent all jenes lebt, was ihm die Erkenntnisse aus den Erfahrungen seines Lebens vermittelt und gegeben haben. Der Pfad in das ewige Leben auf Erden ist schmal und der Mensch kann niemanden mitnehmen, der dies nicht will. … und selbst wenn, muss jeder allein gehen, allein mit Gott in sich.

Nichts ist mehr wichtig, weil alles jetzt schon ist. Mensch fällt in den Strom des Lebens, welcher manchmal rasant und in anderen Momenten scheinbar langsam bis gar nicht fließt. Doch wahren Stillstand gibt es nicht. Leben ist Bewegung.

Das Leben ist blind, und zwar allerdings. Erst das lebendige Wesen macht es sehend. Leben ist ein endloser Strom von Energie, welche jede Form annehmen und erfüllen kann. Alles, was den Menschen umfließt, alles, was durch ihn strömt, ist der ewige Strom des Lebens. Eine Energie, die darauf wartet, genutzt zu werden, um auszudrücken, was einem Menschen vorstellbar ist.

Diese Energie ist kein Ballermann, kein Rettungsanker und keinesfalls ein Übeltäter. Sie erscheint nicht auf Befehl, oder um zu beeindrucken. Vielmehr passt sie sich, all den gewünschten und fühlbar gemachten Vorgaben an, während diese sanft Form annehmen und in Ausdruck und Greifbarkeit dem Denken des Menschen entsprechen.

Die allumfassende Energie ist die Mutter und das Beet allen Lebens. So, wie der Mensch, der Vater aller Dinge ist.

Foto und Objekt: Frank Leo Poppner

Foto und Objekt: Frank Leo Poppner