Die wirkliche Welt

Jede Angst vor dem Leben, wird wohl überwiegend im festen Glauben daran geschürrt, den Situationen und Dingen, die das Leben offensichtlich mit sich bringt, nicht gewachsen zu sein. Also letztendlich eine Angst, die Kontrolle über das, was man als sein Leben annimmt – zu verlieren. In den meisten aller Fälle, kann man jedoch irgendwann erkennen, dass es sich dabei nur um eine Angstfantasie handelte.
Manchmal jedoch passieren jene Dinge – die uns der Furcht wert waren, dann tatsächlich in unserem Leben. Und oft ist es ganz anders, als die Angst zuvor befürchten ließ. Zum Beispiel wird man von seinem Partner verlassen, was jedoch nicht – wie vorausgedacht – in ein einsames Leben führt, sondern vielmehr in eine neue Art zu leben, weil da plötzlich soviel freier Raum ist, der einen Wandel erst ermöglicht. Der Weg des Lebens liegt nun frei vor einem und darauf können sich all die Möglichkeiten zeigen, die man zuvor gar nicht wahrnahm. Ja, sogar ausschloß, sich vor diesen verschloß – aus Rücksichten aller Art. Alles war zwar schon immer da, doch aufgrund dessen, dass man sich an jenes klammerte, was irgendwie Sicherheit versprach, sah man nicht die Wirklichkeit. Manchmal wird ein Mensch sogar krank, um dann in der Fürsorge des und der Anderen wahrlich zu erkennen, wie viel Liebe und Fürsorge ihn in Wirklichkeit bereits umgibt. So können sich zweifellos genau jene Momente, die man am allermeisten fürchtete, im Nachhinein erkannt – als echte Geschenke offenbaren.

Gottes Gesetz der Liebe – garantiert dafür, dass man wirklich nichts verlieren kann, und schon gar nicht das Leben. Zwar mag sich die eine oder andere Situation durchaus diesen Anschein geben, doch im Nachhinein wird dann irgendwann wundersam einsehbar, dass sich lediglich etwas Altes verabschiedete, um für wahrhaft Gebrauchtes und Gewolltes den benötigten Raum freizugeben. Die Angst vor dem Leben ist eine Fantasie, die sich ein Teil in uns selbst vor Augen hält. Sie ist der Schleier, welchen man vor die Wirklichkeit hängt, eine Wirklichkeit – die wahrhaft harmlos ist.

Sieh dich in deiner Wirklichkeit Jetzt einmal um. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass dich genau dort etwas in diesem Moment bedroht. Sieh die Dinge nur an. Du brauchst im Kopf nichts von dem zu benennen, was dich umgibt, auch nichts deuten, lediglich die Stille hören, welche von all dem harmlosen Zeugs ausströmt.

So kannst du nun leicht erkennen, dass es stets deines Willens bedarf, damit die Dinge sich bewegen. Bei den Menschen wiederum ist es die Stille in uns selbst, welche Unerwartetes ans Licht bringt. Ebenfalls erkennbar wird, dass nur jener Teil in uns, der die Angst vor dem Leben hegt – wünscht, wünscht und wünscht. Das, was du und ich wirklich sind – will. Will leben, weil dies Gottes Wille für das Seine ist, das Seine – ganz und vollkommen von Seiner Art. Das Seine in uns, jenes, was du und ich sind, braucht auch erinnerbar keinen Plan, um den ersten Schritt, der zum Gewollten strebt, zu tun.
Erinnerbar bleibt noch, dass das Wollende kein Macher ist. Es empfängt und erkennt, wozu die Dinge wirklich da sind, jetzt. Es steht sich nicht selbst im Weg und auch niemand Anderem, und wenn Es ruhen will, dann ruht Es eben. Dieses unaufhaltsam Wollende in uns, ist das Leben Selbst. Frei von Gedanken, von Angst und Sorge, frei von Urteil und Vergleich. Erfüllt mit Freude, Klarheit, echt sanftmütiger Stille und einem Frieden, den man – wenn auch unbewusst – mit allem teilt, was in der Nähe weilt und innerlich – mit dem ganzen All. In der Stille Schwingen, kann man Sein wahres Selbst erfühlen und alles, was darin stört – ist in diesem Moment gar nicht wahr.

Die wirkliche Welt ist allein im Jetzt erkennbar. Strömt der Geist auch nur einen Schritt in die Welt der Angriffe hinein, verlässt er sich selbst und man kann sich rasant in deren Wirren verlieren. Denn was hier auf Erden gerade tatsächlich passiert, weiß nur Gott. Mit Sicherheit wird Er jeden von uns in der wirklichen Welt, also im tatsächlichen Jetzt – unsichtbar umhüllen, dabei dir und mir als Frieden und Freude fühlbar sein – weil wir es so wollen, wollen in uns und mit Ihm.

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