Realitäten

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Man spricht von einem Tunnelblick, wenn ein Mensch sein Umfeld nicht mehr angemessen wahrnimmt, vielmehr alles ausblendet, was ihn beim Erreichen eines Zieles oder anderer Umstände vom Wesentlichen abbringen oder ablenken könnte. Jeder Mensch ist absolut fähig seine Wahrnehmung zu erweitern, allerdings auch zu begrenzen, also zu verkleinern. Dementsprechend schaut auch nicht jeder weg – der sich nicht einmischt, wo er sich nach der Meinung der Vielen einmischen sollte. Vielmehr existiert das anscheinend Übersehene – in der durch diesen Menschen wahrgenommenen Realität gar nicht. Je länger ein Mensch lebendig bleibt, umso deutlicher wird er Zeuge dessen sein, dass es mindestens so viele Möglichkeiten gibt die Realität wahrzunehmen, wie Menschen auf der Erde leben. Selbstverständlich hält jeder Mensch die eigene Realität für die Maßgebliche. Was auch sinnvoll ist, denn in dieser findet sein ganzes Leben statt.

So dachte ich zum Beispiel als Kind, dass es in der Welt keine Kriege mehr geben würde, wenn ich erwachsen bin. Denn Krieg war ja was Unsinniges, zerstörerisch und Leid verursachend, und zumindest diese Kinderkrankheiten würde der Mensch mit Herz und Verstand in wenigen Jahren abgeschüttelt haben, so ging es mir damals durch den Sinn. Ich hab mich geirrt, dem Leben sei Dank jedoch nur, was die Welt anbelangt. Denn in meiner Realität kann Krieg kaum Einzug finden, solange ich in mir und mit meinem Umfeld im Frieden bin. Dies ist eine Realität, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ungezählt viele Menschen ebenfalls in ihrem Leben wahrnehmen können.

Wenn wir uns allesamt mit Verstand, Herz und Seele oder gar Hand an Kriegen beteiligen, kann nirgendwo in der Welt mehr Frieden sein. Das ist fühlbar logisch und keinesfalls verträumt.
Mensch, wach auf!

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