Kursgerecht 24

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In Ein Kurs in Wundern gibt es in Kapitel 17 des Textbuches der Originaledition einen Abschnitt VIII., der die Überschrift „Die Notwendigkeit des Glaubens“ trägt. Und dieser Abschnitt VIII. beginnt mit dem folgenden Satz:

„Es gibt kein Problem in irgendeiner Situation, das der Glaube nicht lösen wird.“

An diesen Worten blieb ich hängen und konnte nicht – einfach so weiterlesen. Mein Verstand wurde unmittelbar mit Leere geflutet und weite Stille trat ein. Gedanken waren da keine, nur ein Gefühl, ein innerliches Aufhorchen, dass das Gelesene eine derart greifbare Wahrheit beinhaltete, der ich, der mein Verstand in keiner Weise sofort widersprechen konnte. Denn wahrlich hatten sich ja tatsächlich immer alle Probleme in meinem Leben aufgelöst, die ich selbst irgendwann für unlösbar hielt. Spätestens dann, wenn ich nicht mehr gedanklich mit diesen in mir kämpfte, wurde ich durch irgendetwas abgelenkt und verlor, das mir Unveränderliche aus der Wahrnehmung. In einer selbstzerstörerischen Ausdrucksweise würde dies Aufgeben heißen. Und ja, das ist richtig, denn in diesen Situationen hatte ich aufgegeben, mich weiter anzustrengen, die Dinge verändern zu wollen. Aufgeben, das tun jedoch nur die Schwachen, so hallte es in mir nach.

Doch nun befühlt, erkenne ich in dem Aufgeben – eine ganz andere Bedeutung als jene, an die ich bisher in meinem Leben – geglaubt habe.

Seit ich denken kann, empfange ich liebend gern Päckchen und Pakete und ebenso liebend gern, gebe ich auch Päckchen und Pakete bei der Post auf. Diese Päckchen und Pakete sind in 19 von 20 Situationen, mit Liebe zusammengestellt und gefüllt und auch dementsprechend gepackt worden. In diesen Momenten des Tuns, gehe ich derart in der Aufgabe auf, als ob dies für mich das lebenswichtigste Tun überhaupt sei. Wie eine Berufung, erscheint es mir so manches Mal. Denn dabei entfaltet sich durch mich, stets derart viel Einfallsreichtum, dass ich in allumfassender Freude bin und die Zeit, mit all dem Gestern und Morgen darin – einfach vergesse.

Ungefähr jedes 20. Paket ist meist eine Rücksendung, also etwas, was ich nicht behalten will. Hier fühle ich beim Fertigmachen des Paketes für die Post – nur Vernunft und kann aufgrund der inneren Klarheit, die Sache zügig über die Bühne bringen. Doch auch hier kommt die Freude zum Vorschein, sowie das Paket sich auf dem Weg – zurück zum Absender befindet.

Ohne Vorstehendes weiter zu erläutern, kann ich jetzt die schöne Seite des Aufgebens erkennen. Denn gebe ich in irgendeiner Situation, welche mir problemhaft erscheint, all mein wortreiches und gedankliches Dagegensein auf, gebe ich nicht mich auf, sondern tatsächlich das Problem ans Universum, gradso – wie ein Paket bei der Post. Was ich nicht lösen kann, gebe ich auf an Gott, an die Liebe, an die Eine Kraft, welche mir dieses geniale Leben alltäglich und bedingungslos zukommen lässt.

… und darüber hinaus, auch all das zu mir bringt, lenkt, mir zufallen und einfallen lässt, was ich wünschend und wollend wahrnehme. Manchmal sogar was ich brauche. Was ich selbst oft jedoch erst bewusst realisiere, wenn ich, das mir zuvor Undenkbare schon eine Weile habe. Ein Beispiel sei hier – der Atem.

Die Einsicht öffnet sich noch weiter und erklärt, dass es unmöglich sei, sich selbst aufzugeben, da man sich auch nicht selbst gab. Das Leben wurde gegeben und dies aus einer Quelle, die unteilbar ist. Nichts darin kann verloren gehen oder sich selbst aufgeben oder gar – andere Quelleinheimische – mit in einen Abgrund reißen. Mag sein, dass die eine oder andere Situation meinem Verstand derart erscheint. Und ist dies der Fall, werde ich mich absofort nur noch an das Folgende erinnern und gewöhnen:

„Es gibt kein Problem in irgendeiner Situation, das der Glaube nicht lösen wird.“

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