Konstrukt und Wirklichkeit

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„Erstaunlich, wie Menschen sich das Leben schwer machen,
indem sie sich etwas zurecht konstruieren.“
(Paul Watzlawick)

 

Je tiefer und weiter man träumend schläft, sich mit Vermutungen abfüllt, also nicht bewusst in der Wirklichkeit lebt, umso härter scheint die Welt vor unseren Augen zu sein. Manchmal könnten wir Nein dazu sagen, also zu dem, was wir gerade denken, fühlen oder tun. Nein zu sich selbst, zu der eigenen Art, die Dinge zu sehen und alles selbst regeln zu wollen. Wir sagen es zu einem Teil in uns, damit alle verstehen. Doch etwas in uns will weiter leiden und deshalb tun wir es nicht. Also tatsächlich Nein sagen, wo es doch das einzig passende Wort von zweien wäre, um unseren Willen frei und mit Gewissheit auszudrücken.

Und jedes Nein, welches wir in dem Bewusstsein sprechen, dass es nicht unser Wille ist – weiterhin zu leiden, an unseren eigensinnigen Gedanken, stimmt mit dem Willen Gottes überein. Und dann kann die Welt nicht anders, als unser Nein zu akzeptieren. Kampflos. Denn all das, was in unserer Vorstellung das Nein zuvor in uns zurückhielt, ist Vergangenheit, ist nicht mehr.

Wir waten nicht länger im Urschlamm des Universums. Unser Geist hat sich erhoben in Frieden und Demut. Ist zurückgekehrt in Seine Klarheit. So kann das Nein kraftvoll in unserer Stille bestehen, mächtig, sanft und unerschütterlich. Und aus dessen Kraft wird wiederum ein Ja erwachsen, ein Ja zu dem, was man wirklich Ist. Ein Ja, welches so viel Licht und Freude in sich birgt, dass Widerstand im wahrsten Sinne zwecklos wird.