Am jüngsten Tag

…erscheint das Gericht.

Der wache Mensch nimmt sich selbst im Richtenden wahr, und es wird ihm klar, all das Richten und Urteilen – half ihm nicht weiter. Brachte ihn zu einer steilen Leiter, auf der entspanntes Leben – nicht mehr möglich war. Sieht der Mensch dies und fühlt – was er sieht, folgt der jüngste Tag in seinem Leben. Der jüngste Tag ist immer jener Tag, an dem Altes oder Überlebtes sich aus dem Leben des Menschen – für immer – verabschiedet. Einfach vergeht. Der Tag ist dann frei von Zukunft und Vergangenheit. Es bleibt nur das Jetzt und jünger gibt es noch nicht.

Gibt es im Denken des Menschen kein Gestern und Morgen, findet jeder Augenblick seines Wachseins erneut und stetig wieder – im Jüngsten Tag seines Lebens statt. Das Jüngste allerdings – stirbt für den Verstand zuletzt. …oder auch nie, das wäre dann mal eine ganz andere Idee.

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