Die letzte Reise – Teil 9

von C. Luxus Lazarz

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Das Ende einer alten Welt

 

Es ist nicht unbekannt, das es so viele Welten gibt, wie Gehirne existieren. In diesen expandierenden Traumfabriken scheint nichts unmöglich, doch auch nichts echt. All die einzelnen Welten können sich anscheinend verbünden, voneinander trennen, gegeneinander und miteinander kämpfen, doch sich wahrlich vernichten, dass können sie nicht.

Stell dir einmal vor, das Ende der Welt, wie sie dir bekannt ist, wie du sie erlebst, läge in deiner Hand, in deinem Gehirn. Und, du hättest die Macht, all dem, in einer neuen Welt Einhalt zu gebieten, was dir als nicht Recht erscheint, weder lebens- noch liebenswert.

Wo würdest du beginnen, was wäre der 1. Schritt?
Wonach würdest du Ausschau halten?
Wäre es nützlich, diese neue Welt mit dem alten Wissen zu infizieren?
Wen würdest du im Zweifel fragen und wessen Urteil vertrauen?

Mir fällt da nur der Christus ein, der in uns allen weilt. Denn was, weiß ich schon tatsächlich über eine gerechte Welt, nach all dem, was ich jemals las, im Kino und im Fersehen sah, aus zweiter Hand hörte und weder überprüfen kann noch will?

Mit den tatsächlichen Erfahrungen, sieht es da selbstverständlich anders aus. So erinnere ich mich, wie manche Welt sich in meinem Leben mühelos auflöste, nachdem ich mich von dieser abwandte und keinen weiteren Gedanken an jenes verschwendete, was ab dann hinter mir lag. Und jedes Mal, wenn dies geschah, entfaltete sich aus dieser Entscheidung, der Sonnenaufgang in ein weiteres Lebens für mich. Dieses Phänomen beobachtete ich auch bei anderen Menschen. Und mit etwas Abstand konnte ich dann sogar irgendwann überraschend erkennen, dass der, von mir zuvor erfahrene Sonnenuntergang der alten Welt – unausweichlich war, um weitere Welten betreten zu können.

Aus diesem Grund übe ich mich gern im Vergessen all dessen, was im Leben eines Menschen, nicht von Gott gegeben sein kann. Meist sind es nur Gedanken, die man sich selbst zusammenspinnt und selbstverständlich alle Urteile und Sichtweisen, die auf dem Halbwissen meines Verstandes gründen. Und dies sind wahrlich, leicht zu entlarvende Dinge. All dies vermittelt keinen Frieden, keine Liebe und allgemein nur ein kurzlebiges bis gar kein Wohlgefühl.

Letztendlich kann ich für mich zusammenfassen, dass alles, aber auch wirklich alles, was mich ängstigt, beunruhigt, beinahe verzweifeln lässt, keinesfalls von Gott stammen kann. All dies ist meine gewählt gewohnte Art, über die Welt zu denken und dann auch nur diese bedachten Dinge, in ihr wahrzunehmen. Sozusagen, mein intimes Privatvergnügen. Ein Vergnügen, in das mir wahrlich keiner reinredet und nur ich mir selbst widersprechen kann, mal mich und mal den Nächsten kritisiere, ohne mir der tatsächlichen Wirkung dieses Tuns bewusst zu sein.

Wenn ich dieses zweifelhafte Vergnügen, in mir ruhen lasse und bereit bin, für eine andere Sicht der Dinge, dann eröffnet sich in und vor mir – eine neue Welt, in der sich die Bedeutung all dessen, was ich zuvor in der alten Welt sah – aufhebt. Denn ich sehe ein, dass ich auch nicht weiß, was in der neuen Welt Sache ist, also wie der Hase dort läuft und der lachende Igel vorüber rollt.

Betrete ich jedoch, die neue Welt mit den alten Gedanken im Hinterkopf, wird das Neue sich in das Alte wandeln, und ich höchstpersönlich führe dies denkend, vergleichend und suchend herbei. Das ist der Kreislauf, den es zu erkennen und zu beenden gilt. In gewisser Weise lässt, wer aus diesem Kreislauf ausbricht, sogar das Rad der Zeit hinter sich.

Um der Zeit einstige Wirkungen schwinden zu sehen, braucht es Geduld mit sich selbst und Vertrauen in Gott. Im Allgemeinen ist das Betreten einer neuen Welt, auch mit einem Zuwachs der Kräfte, dem sich mehren von Geistesblitzen und aufrichtiger Liebe für das ganze Leben verbunden. In einer neuen Welt, dient die Zeit einem anderen Zweck, und zwar jenem, den man ihr zuspricht.

Wenn man es anstrebt, sich beständig daran zu erinnern, dass alles in der neuen Welt der Freude dient, so auch die Zeit und alles um einen herum nur aus Liebe sein kann, weil Gott diese Welt ursprünglich liebevoll gab, dann wird es mit der Zeit ganz selbstverständlich, still in Liebe, sorglos und sich mehrend, fraglos freudvoll zu sein. Dazu braucht es keine Zeit, hier lacht die Ewigkeit.

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Ich danke für den Kurs in Wundern. Er lehrt mich, was Vergebung tatsächlich ist und hilft in sanfter Art, sich von dunklen Gedanken und maßgeschneiderten Fesseln zu lösen.

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