Vom Dickdarm im Kopf

von Luxus Lazarz

Der Kopf ist jener Einkaufsmarkt, in dem Mensch sich alltäglich eine Art zu leben, auswählen kann. Die Auswahl ist grandios, reicht vom  schweren, leidvollen, leichten und heiteren bis zum zauberhaften Leben.

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Der Körper des Menschen ist ein sich selbst reinigendes und heilendes System. Damit dieses System sich nicht nur selbst reinigen und reparieren kann, sondern darüber hinaus auch noch eigenständig erhalten sowie vervollkommnen, wurde im menschlichen Kopf eine nicht kopierbare Hochleistungselektronik eingepflanzt. Das Außerordentliche an dieser Technik zeigt sich neben Anderem darin, dass sie lernfähig ist und sich sowohl anpassen sowie auch erweitern kann.

Der Darm des Menschen entleert sich, wenn alles Brauchbare der Nahrung entnommen wurde. Der Kopf jedoch hält oft fest und verstopft gar manchmal, was sich auch mittels Kopfschmerzen äußern kann, genau so – wie es ebenfalls im Bauch drückt und wehtut, wenn der Dickdarm seine Arbeit nicht vollendet kriegt.

Auch wenn Gedanken unsichtbar sind, so führen wir sie doch in unsere Wahrnehmung ein, genau wie die Nahrung in den Körper durch den Mund hinein gelangt. In unserem Geist betrachten und befühlen wir die Gedanken, nehmen sogenannte Tuchfühlung mit diesen auf. Erforschen, was der Stoff wert ist. Manches wird rasant verdaut, doch die Überzahl der Gedanken rechts oder links eingelagert, weil man ja diese eventuell noch einmal gebrauchen kann. Wenn man die Arbeit des Kopfes, wie ein Verdauungssystem für Eindrücke betrachtet, dann sind Erinnerungen lediglich die Rückstände, unserer prägenden und auch so mancher noch nicht verarbeiteten Erfahrungen.

Der Körper funktioniert auch ohne unser gedankliches Zutun. Somit erweist sich der Kopf als unabdingbar für ein reibungsloses Funktionieren des Ganzen, doch manches Treiben des Ich darin, wiederum als Bremse und problemkreativ. Das Ich im Kopf, scheint über dem Körper zu thronen und diesen Fakt derart auszulegen, dass es als König über den Körper herrsche. Doch der Körper kann auch ohne Mich, während das Ich ohne Körper, gar kein irdisches Dasein hat. Jenes Ich, welches diese Offensichtlichkeit nicht einsieht – ist blind. Leidet ein Mensch unter Völlegefühl im Magen, wird er eventuell noch ein Glas Wasser trinken, um den Prozess der Auflösung zu unterstützen, doch mehr kann er nicht tun. Der Körper befreit sich letztendlich selbstständig und unsichtbar von allem Zuviel, genau wie es der Kopf tun kann, wenn ein Mensch diesen mit Stille flutet.

Nun gilt es allerdings nicht, das Ich zu verteufeln, denn dieses Ich – ist ja unser Leben, unsere Art zu sein und bestimmt den Ausdruck all dessen, was wir im Gegenwärtigen darstellen. Die Möglichkeiten des Ausdrucks eines Ichs sind wahrhaft ungezählt und mehren sich in jedem Augenblick unvorstellbar. Denn jede entdeckte Möglichkeit, führt zu weiteren Möglichkeiten, welche zuvor gar nicht bekannt sein konnten. Erinnere dich, einst mischte der Mensch gemahlenes Getreide mit Wasser und buk auf heißen Steinen daraus Fladen. Dies war der Beginn einer Möglichkeit, die hierzulande Brot genannt wird. Die Bäckerinnen der ersten Fladen würden sich wohl heute im Himmelreich wähnen, ständen sie vor nur einer Brottheke unseres Landes. Hier, wo Menschen ihre Kreativität in alle Gewerke mit einfließen lassen.

Vieles ist seit dem ersten Fladen geschehen. Manches entwickelte sich weiter, anderes blieb stehen und es gibt auch jenes, was scheinbar im Kreislauf Erfüllung findet. Jedes Lebewesen, so wie es mag. Alles ist erlaubt. Aus diesem Grund hat der Mensch den ihm zugehörigen Körper mit Kopf, damit er sich von niemand einen Kopf oder Körper borgen muss und somit unabhängig ist. Der Mensch hängt auch nicht von der Luft ab, vielmehr bewegt er sich in dieser und trifft dabei niemals auf Widerstand.

Das Ich in uns, welches das Verdauungssystem im Kopf willkürlich betätigt, unwissend stört und damit auch mal Schaden anrichtet, ist in Wahrheit ein ganz harmloses Ding. Einem Kinde gleich, das sich im Wald verirrte, springt es zwischen den Gedanken hin und her, dabei nach Zusammenhängen Ausschau haltend, die ihm einen Weg aus dem Dickicht zeigen sollen. Doch während das Kind noch auf einen Baum klettern konnte, um sich aus der Höhe einen weiteren Blick zu verschaffen, ist das zeitgemäße Ich bereits derart dick angeschwollen und mit Gedanken vollgepackt, dass es sich kaum noch auf die eigenen Zehenspitzen erheben kann. Somit ist des Ichs einzige Aussicht auf Aussicht, eine Erleichterung der Eigenwahrnehmung. Denn, was ich nicht bin, oder nicht mehr, kann mich kaum wahrhaft beschweren. Und was bleibt, ist allemal genug.

Nachgeströmt …

Verwurzelt in der eigenen irdischen Geschichte, wird der Körper vom Erdreich angezogen und folgt den Gesetzen der Natur des Planeten. Da der Mensch jedoch eine geniale Mischung aus Natur und Gedanke ist, hat er die Fähigkeit, für sich und seine Art, eigenständig Gesetze zu formulieren. Die Natur ist, wie sie ist, der Mensch kann sein, wie er will. Er kann selbst entscheiden, wo Saat und Wachstum für ihn Sinn machen und wann eher nicht. Zwar ist auch der Mensch, mit der Natur der Erde verbunden, doch dies in anderer Art als zum Beispiel die Bäume, oder das an einen bestimmten Lebensraum gebundene Tier. Denn Luft zum Atmen, gibt es überall auf Erden und viel mehr braucht ein Mensch gar nicht, wenn er sich lebendig auf dem Planeten bewegt.

Verdaungstechnisch unbedenklich anwendbar:

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