Zeitraffer und Wundersame

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Im Zeitraffer – als einen filmtechnischen Vorgang betrachtet – wird die Zeit zusammengerafft, um eine Entwicklung sichtbar zu machen, die für das menschliche Auge in Normalität, nicht derart erfassbar ist. Zwar kann es von Beginn an dabei sein, doch vollzieht sich aus des Auges Sicht, die Entwicklung schleichend langsam. Es ist der irdische Blick, welcher das Starre in den Dingen sieht und für als natürlich gegeben und oft auch unveränderbar wahrnimmt.

Das Wunder wiederum, braucht überhaupt keine Zeit. Augenblicklich erscheint es uns und hebt auf die Vergangenheit. Lässt unverzüglich Wendungen als möglich erkennen, welche die Zeit gar nicht liefern kann. Nur im Jetzt kann das Wunder sofort wirksam sein.

Und wenn ich nun einer Seltsamkeit gegenüberstehe, auf etwas blicke, etwas höre, was mich einst dazu veranlasst hat, diesem Zeit, eventuell gar Widerstand und damit Aufmerksamkeit zu spenden, so blicke ich nun stetig öfter darüber hinweg. Nehme dadurch nachhaltig die Zeit aus dem Spiel und rufe somit das Wunder zu mir. Dabei sind weder Zauberei noch Magie mit von der Partie. Allein die Liebe ist’s, die mich derart tun lässt. Die Liebe zum Lebendigen und all Seinem Frieden darin, den ich wahrlich empfangen und auch mit allem, was mir scheinbar unbestellt in der Welt begegnet, teilen will.

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