Warnung vor dem Zauberhaften

von Luxus Lazarz

 

Stell dir vor, dein Körper ist ein Sack, den du pausenlos mit Gedanken füllst, formst, nährst, bildest. Wie voll ist dein Sack und fühlst du dich wohl darin, so als wahrhaft einzig fester Punkt – zwischen all dem Gewimmel?

Wahrscheinlich nicht immer und oft auch nicht so, wie du es gern hättest. Doch es gibt ewig Hoffnung und darüber hinaus stets wirksame Möglichkeiten, dort zu wandeln, wo es angebracht ist. So kann man auch in jedem Sack, stets wieder jene Ordnung wirksam werden lassen, die wünschenswert erscheint. Denn die Ordnung ist in dir. Du hast sie mitgebracht. Schon damals drückte sie dein Körper bedenkenlos aus,  damals – als du noch gar nicht wusstest, dass du ein geistiges Wesen mit eigenem Körper bist. Es war eine Zeit, in der du noch nicht darüber nachdachtest, welchen Eindruck dein Anblick bei anderen Menschen hinterlassen würde.

Du warst dir deiner Vollkommenheit damals keinesfalls bewusst, doch später hat man es dir wahrscheinlich gesagt. Denn sofort nach dem du geboren wurdest, war es offensichtlich. Es fehlte nichts an und in dir. Du warst ein Abbild der vollkommenen Schöpfung, das Ebenbild des frischen Gottes, dem ein sanftes Mauzen genügte, um alle Menschen im Umfeld zu sich hinzuziehen. Du brachtest die Gesichter jener, die sich zu dir wandten, zum Lächeln und Strahlen, ohne dass du wusstest, was du da tatest. Du warst genau so, wie du von Natur aus immer noch bist, dir selbst und manchen Menschen in deinem Umfeld Grund genug, für fühlbar mehr Freude, Liebe, Licht und Hoffnung. Und obwohl du damals, das scheinbar schwächste Glied in der Gemeinschaft warst, strahlte das Licht deines noch verständnislosen Wesens * unaufhaltsam heller in Tag und Nacht.

Doch dann bist du gewachsen und nahmst nach und nach, das Verständnis, Hören und Sehen deiner Mitmenschen an. Deren Sichtweise vom Leben, vom Dasein, dem Geboren werden und Sterben allgemein. Denn auch diese, unsere Ahnen, wussten es nicht besser und hatten früh genommen, was man ihnen gab und sie nun weiterreichten, ohne auch nur einen Gedanken, selbst überprüft und begutachtet zu haben. So lebten sie sich weiter fort aus jenem, wo sie hätten bleiben können, also dem Leben, von dem man als Paradies auf Erden spricht. Demzufolge wurdest auch du auf den Wegen geboren, die um das Paradies herum führen und derart festgetrampelt sind, dass zwangsläufig der Glauben entsteht, so viele Menschen können sich nicht irren, was den Weg anbelangt.

Dennoch tun sie es, obwohl das Paradies immer da ist. Es leuchtet uns mit einer Selbstverständlichkeit an und aus uns heraus, dass wir es kaum als solches wahrnehmen, weil es so gewöhnlich ist. Und des Menschen Blick, bleibt weltweit und weiterhin sichtbar öfter haften, an all jenen Geistern niedriger Art, die keinesfalls paradiesische Zustände für alle Menschen anstreben. Doch der Mensch schaut hin, nimmt an und denkt weiter mit, wovon er sich seit Jahrtausenden sehnsuchtsvoll erlösen will. Von der Krankheit, vom Leiden, vom Altern, vom Tod, von der Ungerechtigkeit und von der Not, von den Herrschern, die allseits dort Beute machen, wo sie Unfrieden säen können und Schlachtfelder anlegen. So scheint der Mensch letztendlich doch nur eine Schachfigur und somit ein Bauer im Spiel der Mächte zu sein. Jener Mächte, die sich der Erde, deren Reichtümer und des menschlichen Geistes sowie dessen Kraft derart bemächtigt haben, dass ein Großteil der Menschen insgesamt, mit stetem Schrecken vor einem bösen Ende, innerlich gewappnet lebt. Den Tod in den ewigen Geist einsät und erntet, was diese Saat versprach.

********************************************

Das unbestellte Leben

 

Es besteht kein Handlungszwang. Was durch den Menschen getan werden soll, wird auch getan. Niemand kann zurückhalten, was sich nicht halten lässt. Keiner kann über seinen Schatten springen. Kein Mensch kann ewig verbergen, was die Harmonie in ihm stört. Alles kommt ans Licht. Selbst, wenn Mensch nicht darüber spricht, tauchen die Gedankenleichen, in ihm beständig wieder auf, oder es erinnert ihn das Umfeld durch Ausdruck und Klang. Bis man sich mittels Einsicht löst, von diesen unwohlen Eindrücken und infolge – nicht nur überlebt, sondern weiter, einfach weiter lebt, allerdings nun innerlich leichter, freier und freudvoller, als seltsamerweise zuvor denkbar erschien. Wo es hinführt, das Heitere, Leichte und Stille in uns, kann man jetzt nicht wissen, denn wir sind alle Pioniere eines Lebens, aus dem jeder Mensch * erwachsen, gestalten und formen kann, was ihm vorstellbar ist.

Jeder Moment im Leben eines Menschen kann somit ein weiter gelebter Moment sein, wenn man das sprichwörtliche „über“, sanft aus dem Blick und Verstand verliert. Und wie könnte das Leben auch jemals anders sein, als der Mensch selbst es wahrnimmt?

Mancher Gedanke aus dem eigenen Inneren, kann uns eventuell seltsam anmuten, doch oft ist es nur ein frischer Wind, der die Fönfrisur vom Geist pustet. Nach derartigen Erfahrungen, kann man sich gleich selbst umarmen, um anschließend geeint, dort weiter zu lieben, wo man sich einst unbemerkt und doch nur vorübergehend, verloren, aufgegeben oder gar entmündigt hatte. Eigenständig und heiter Denken macht Spaß, so locker und überraschend gelassen, wie es die künstliche Bildung niemals erahnen lässt. Das Leben ist ein Wunder und wir, du und ich, sind Bestandteil all jener Genialität, die man allgemein Leben nennt und sich weder ergreifen noch wegsperren lässt. Mensch, wir haben echt Glück, dass wir Menschen sind, die lieben, lachen, fühlen können und Dankbarkeit empfinden, für all die Wunder * in einem einzigen Leben, das uns gehört, weil wir mit klarem Geist und einer Stimme gesegnet sind.
.

Flüssiges Bewusstsein

Quellwassermeer