Warnung vor dem Zauberhaften

 

Stell dir vor, dein Körper ist ein Sack, den du pausenlos mit Gedanken füllst, formst, nährst, bildest. Wie voll ist dein Sack und fühlst du dich wohl darin, so als wahrhaft einzig beständiger Punkt – zwischen all dem Gewimmel?

Wahrscheinlich nicht immer und oft auch nicht so, wie du es gern hättest. Doch es gibt ewig Hoffnung und darüber hinaus stets wirksame Möglichkeiten, dort zu wandeln, wo es angebracht ist. So kann man auch in jedem Sack, stets wieder jene Ordnung wirksam werden lassen, die wünschenswert erscheint. Denn die Ordnung ist in dir. Du hast sie mitgebracht. Schon damals drückte sie dein Körper bedenkenlos aus,  damals – als du noch gar nicht wusstest, dass du ein geistiges Wesen in einem Körper bist. Es war eine Zeit, in der du noch nicht darüber nachdachtest, welchen Eindruck dein Anblick bei anderen Menschen hinterlassen wird.

Du warst dir deiner Vollkommenheit damals keinesfalls bewusst, doch später hat man es dir wahrscheinlich gesagt. Denn sofort nach dem du geboren wurdest, war es offensichtlich. Es fehlte nichts an und in dir. Du warst ein Abbild der vollkommenen Schöpfung, das Ebenbild des frischen Lebens, dem ein sanftes Mauzen genügte, um alle Menschen im Umfeld zu sich hinzuziehen. Du brachtest die Gesichter jener, die sich zu dir wandten, zum Lächeln und Strahlen, ohne dass du wusstest, was du da tatest. Du warst genau so, wie du von Natur aus immer noch bist, dir selbst und manchen Menschen in deinem Umfeld Grund genug, für fühlbar mehr Freude, Liebe, Licht und Hoffnung. Und obwohl du damals, das scheinbar schwächste Glied in der Gemeinschaft warst, strahlte das Licht deines noch verständnisfreien Wesens * unaufhaltsam heller in Tag und Nacht.

Doch dann bist du gewachsen und nahmst nach und nach, das Verstehen, Hören und Sehen deiner Mitmenschen an. Deren Sichtweise vom Leben, vom Dasein, dem Geboren werden und Sterben allgemein. Denn auch diese, unsere Ahnen, wussten es nicht besser und hatten früh genommen, was man ihnen gab und sie nun weiterreichten, ohne auch nur einen Gedanken darin selbst überprüft und begutachtet zu haben. So lebten sie sich weiter fort aus jenem, wo sie hätten bleiben können, also dem Leben, von dem man als Paradies auf Erden spricht. Demzufolge wurdest auch du auf jenen Wegen geboren, die um das Paradies herum führen und derart festgestampft sind, dass zwangsläufig der Glauben entsteht, so viele Menschen können sich nicht irren, also was den Weg anbelangt.

Dennoch tun sie es, obwohl das Paradies immer da ist. Es leuchtet uns mit einer Selbstverständlichkeit an und auch aus uns heraus, dass wir es kaum als solches wahrnehmen, weil es so gewöhnlich ist. Und so bleibt des Menschen Blick weiterhin und weltweit sichtbar öfter haften an all jenen Geistern von undurchschauberer Art, die keinesfalls paradiesische Zustände für alle Menschen anstreben. Doch der Mensch schaut hin, nimmt an und denkt weiter mit, wovon er sich seit Jahrtausenden sehnsuchtsvoll erlösen will. Von der Krankheit, vom Leiden, vom Altern, vom Tod, von der Ungerechtigkeit und vor allem von der Not, welche er durch jene Herrscher bedingt wahrnimmt, die allseits dort Beute machen, wo sie Unfrieden säen können und Schlachtfelder anlegen. So scheint der Mensch letztendlich feststellbar, offensichtlich nur eine Schachfigur und somit ein Bauer im Spiel der Mächte zu sein. Jener Mächte, die sich der Erde, deren Reichtümer und des menschlichen Geistes sowie dessen Kraft derart einverleibt haben, dass ein Großteil der Menschen insgesamt, mit innerlich stetem Schrecken gewappnet * vor einem bösen Ende lebt. Beharrlich versucht ist, in den ewigen Geist den Tod einzusäen und folgend hilflos erntet, was die Saat versprach.

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Das unbestellte Leben

 

Es besteht kein Handlungszwang. Was durch den Menschen getan werden soll, wird auch getan. Niemand kann zurückhalten, was sich nicht halten lässt. Keiner kann über seinen Schatten springen. Kein Mensch kann ewig in sich verbergen, was die Harmonie in ihm stört. Alles kommt ans Licht. Selbst dann, wenn ein Mensch nicht darüber spricht, tauchen die Gedankenleichen in ihm beständig wieder auf, oder das Umfeld erinnert ihn an diese, mittels Wort und Tat. Bis man sich irgendwann oder auch sofort jetzt durch Einsicht erlöst, von diesen unwohlen Eindrücken und infolge – nicht nur überlebt, sondern weiter, einfach weiter lebt, allerdings nun innerlich leichter, freier und freudvoller, als seltsamerweise zuvor denkbar erschien. Wo es hinführt, das Heitere, Leichte und Stille in uns, kann man jetzt nicht wissen, denn wir sind alle Pioniere eines Lebens, aus dem jeder Mensch * erwachsen lassen, gestalten und formen kann, was ihm vorstellbar ist.

Jeder Moment im Leben eines Menschen kann somit ein weitergelebter Moment sein, wenn man das sprichwörtliche „über“ sanft aus dem Verstand und Blick verliert. Und wie könnte das Leben auch jemals anders sein, als ein Mensch selbst es wahrzunehmen bereit ist?

Mancher Gedanke aus dem Innersten, kann uns eventuell seltsam anmuten, doch oft ist es nur ein frischer Wind, der die Fönfrisur vom Geist pustet. Nach dem sich Mehren derartiger Erfahrungen, kann man sich gleich selbst umarmen, um anschließend geeint dort weiter zu lieben, wo man sich selber einst unbemerkt und dem Leben sei Dank – nur vorübergehend verloren, aufgegeben oder gar entmündigt hat. Anders und heiter Denken macht Spaß, locker und überraschend derart gelassen, wie es eine ausgewählt begrenzte Bildung, niemals hätte erahnen lassen können.

Das Leben ist ein Wunder und wir, du und ich, sind Bestandteil all jener Genialität, die man allgemein Leben nennt und die sich weder ergreifen noch wegsperren lässt. Mensch sieh an, wir haben echtes Glück, dass wir jetzt Menschen sind, die lieben, lachen, fühlen können und Dankbarkeit empfinden für all die Wunder * in einem einzigen Leben, das uns gehört, weil wir mit klarem Geist und Schöpferkraft gesegnet sind.

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Flüssiges Bewusstsein

Quellwassermeer