Die Welt der Ideen – 8

von Luxus Lazarz

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Ideen gestalten unser Leben. Die Gedanken Vater und Mutter sind zum Beispiel Ideen, die man zwar allgemein im Technischen und in ihren Grundwerten gleich deutet, doch in den Details formt sich wohl ein jeder sein eigenes Bild, wie ein Vater oder eine Mutter – in seiner Vorstellung zu sein haben. Letztendlich kann man erkennen, dass alles, was wir als gegeben in unserer Vorstellung annehmen, wahrlich nur eine Idee ist, die mit den Veränderungen in unserem Leben sich ebenfalls verändert oder ganz wegfällt. Manches erweist sich gar nur als ein Hirngespinst, dem man aus Gewohnheit jahrelang auf den Leim ging.

Glaube ich zum Beispiel, dass es die Pflicht einer Tochter ist, die Mutter an Feiertagen anzurufen, zu deren Geburtstagen zu gratulieren und auf der Mutter Anrufe hin zurückzurufen, so ist dies lediglich eine Idee aus meiner Sicht, wie sich das Verhalten zwischen Mutter und Tochter gestalten kann. So hab ich es angenommen, gelernt, selbst getan und erwarte nun die Fortsetzung der Tradition. Die Tochter kam zwar durch mich in die Welt, ist ewig verbunden mit mir, doch hat sie ein anderes Format, denn mich gibt es ja schon. Und neue Formate sind andere Ideen. Deshalb kann und darf es sein, dass die Tochter ihre ganz eigenen Vorstellungen hegt.

So kann ich einsehen, dass die einst übernommene und weiter geschmiedete Idee von dem Bild einer Tochter sich somit als nicht dauerhaft haltbar erwies und deshalb aufgegeben wird.
Hier und Jetzt, in Ewigkeit.

Wirkung und Lerneffekt

Und jetzt, wo die Idee perdue ist, brauche ich nicht weiter darüber nachzudenken, was ich falsch gemacht hab. Was ich, also die Mutter, hätte besser machen können, was ich noch tun könnte, um geliebt zu werden. Stattdessen kann ich nun das empfangen, was Gott als Mutter-Tochter-Erfahrung oder auch als ganz andere Erfahrung, für mich geplant hat und dies schon lange bevor ich meine eigene Idee davon gemacht habe.

Jede Situation derart zu sehen und die Kontrolle dem Himmel zu übergeben, hat nicht nur einmal etwas in meinem Leben bewegt, an dessen Bewegung ich selber nicht mehr glauben konnte. Vor mehr als 19 Jahren gab ich zum Beispiel meine Idee vom idealen Partner freiwillig auf. Es dauerte kein Jahr, bis Gottes Idee für mich bezüglich einer erfüllten Partnerschaft direkt ins Haus geliefert ward. Vorher hatte ich jahrzehntelang in der Welt gesucht und hätte niemals allein gefunden, was Gott für mich in seinem Plan vorsah. Es wäre meinem Blick und den Ohren entgangen, denn so gut wie nichts am tatsächlichen Glück entsprach meinen gewohnten Suchmustern. Damit hat Gott mich unglaublich beeindruckt, unbeschreiblich dankbar gestimmt und mir den Geist ganz weit für seine Wunder geöffnet. Und ebenfalls für die Einsicht, dass alle Wunder stets und ständig zum passenden Zeitpunkt geliefert werden.

Wie viele Ideen kreisen so durch das eigene Leben, die sich aller Erfahrung nach wohl niemals derart verwirklichen, wie man es erträumt, da zum Beispiel die Anderen nicht mitspielen wollen? Und dennoch versucht man es immer wieder, die Idee, in die man sich verbissen hat, in der Welt zu be- und erleben. Ideen, wie sich das Leben gestalten könnte, damit man glücklich darin ist. Ideen, wie sich der oder die anderen verhalten sollten, damit man sich in der eigenen Haut wohlfühlt. Ideen, was man essen muss, darf und kann, um einem Bild zu entsprechen, das die Gesellschaft, das man selbst willkommen heißt. Ideen, was getan werden muss, damit endlich dieses oder jenes passiert.

Ideen können schön sein, liebevoll, hilfreich und nützlich. Und liegt mir eine Idee geradezu im Herzen, dann brauche ich sie auch vor niemandem zu verteidigen. Allerdings, wenn man an deren scheinbar unerfüllbaren Maßstäben leidet, dann taugen diese Ideen zu gar nichts. Es sei denn, man liebt es zu leiden und pflegt dies in Gedanken, Wort und Tat.

Ist es das, was ich will? Das Leben in schüttelt mir jetzt den Kopf und stimmt mir das Innerste fühlbar sanft. Sanft, mit dem stillen Selbst in einem Jeden. Sanft mit der Welt, die mich im Hier und Jetzt umgibt.

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