Dienst ohne Vorschrift
von Luxus Lazarz
.
Wenn man seine Gedanken in eine Zukunft legt, die niemals wirklich dort ist, wo man grad ist, schafft man derart die Grundlage, dass alles beim Alten bleibt. Denn das wirklich Neue kennt man gar nicht, da alles, was man denken könnte, auf den Erfahrungen mit dem Bekannten basiert und auf unseren daraus resultierenden Urteilen und Meinungen, bezüglich eines jeden Geschehens. All dies ist uns schon bekannt, sonst könnte man es gar nicht bedenken. Manches habe ich zwar noch nie erlebt, doch in der Theorie kenne ich es bereits sehr gut.
Nur die Liebe läßt wirklich alles in einem anderen, fühlbar wärmenden Licht erscheinen, sodass es mir wie neu dünkt. Dabei sah ich es nur zuvor nicht, da ich nur auf Vergangenes starrte, irgendwie nicht fühlte, was ich tat und dies für meine Zukunft hielt. Was wahrlich auch ein Hamsterrad ist, welches im Geist munter schwingt.
Wann wandte sich der Geist in mir eigentlich vom wirklichen Leben ab und stattdessen der Problemmacherei zu?
Die Vergangenheit holt mich ein, weil ich mein Wissen aus der Vergangenheit, als Samen für die Zukunft nutze. Und wenn ich nun diesbezüglich, mehr und mehr einfach nur Gedanken, wie Glück, quellende Freude und Wohlbefinden im Geist esse und verstoffwechsle, kann ich deren Wirkung sofort in mir fühlen. Und was gibt es dann noch zu bedenken? Ich weiß es nicht.
Zumal es ja im gegenwärtigen Moment, so gut wie nie ein ernsthaftes Problem gibt. Nur in meinem Geist stehen sie bereit, die Probleme. Doch ich bin nicht mehr deren Kumpel, der sozusagen ein Bier nach dem Anderen spendiert. Naja, anfänglich wollten die Probleme das gar nicht glauben, dass sie mir in mancherlei Gedankenform, nicht mehr Willkommen sind. Manche bedrängten mich gar im Schlaf und sehr stillen Momenten, doch irgendwann gibt wahrscheinlich jedes Problem auf, wird sozusagen jeder dazugehörige Gedanke derart kraftlos, einem leichten Windhauch gleich, der rückstandslos verweht. Genau so, wie man alle Probleme, die da grad noch waren und im Jetzt nicht mehr sind, im Geiste verabschiedet hat.
In gewisser Weise ist es unmöglich, in diesem Augenblick ein Problem zu haben, ohne sich in etwas hineinzusteigern, was gegen alle Vernunft spricht. Im Moment, also genau in diesem Moment, sehe ich gar keine Probleme. So ein Mist. Nun war ich schon bereit und dann ist da gar nichts.
.

Sowas kenne ich auch – ich habe auch gut aufgepasst bei Tolle und natürlich auch versucht das umzusetzen und es ist wahr: Was auch immer für ein Problem da war – sobald ich in die Beobachterposition stieg, war das Problem weg, es wurde nur zur Registrierung. Im Jetzt fühle ich unmittelbar was eben gerade los ist und das Problem ist ja vor mir – also in der Zukunft – also ist es im jetzt niemals anwesen.
Geliebte Melina, 🌻
sei bedankt für den wunderbaren Kommentar,
der noch einmal ganz klar darstellt,
was eine wirkliche Tatsache ist.
Freudvolle Grüße
Luxus
Es gibt in Diskussionen sehr oft die Redewendung (es ist fast schon eine solche geworden): das ist doch nicht mein Problem! Mit anderen Worten, was dem einen wichtig ist, juckt den anderen nicht.
Bin persönlich der Auffassung, dass Probleme gelöst werden sollten, es sei denn, es juckt niemanden, dass sie uns über den Kopf wachsen. Siehe die Kriege weltweit, nun auch in Europa.
Aber auch im Privaten, dieses Auf-Abstand-gehen zum Problem, das sind häufig die sehr beherrschten, disziplinierten Menschen. Eines Tages holt sie der Rückschlag ein: Volkskrankheit der Depressionen, ein Hauptthema junger Leute, Altersgruppe zwischen 20 und 30.
Geliebter Johannes, 🌻
sei herzlich bedankt für deinen Kommentar.
Durch deine Worte erinnere ich mich, was man In Ein Kurs in Wundern lernt. Man lernt wahre Vergebung. Genauer ausgedrückt, der bis dahin weltlich geschulte und orientierte Geist des Schülers, lernt sich selber alles zu vergeben, was er als ein Problem wahrnimmt. Akzeptiert man diese Art, mit Problemen umzugehen, folgt nach einem gewissen Zeitraum des Anwendens der Kurslektionen – auf jedes erdenkbare Problem – die Einsicht, dass alle Probleme, welche sich dem Anschein nach (in der fassbaren Wirklichkeit und nur dort) vor unseren Augen zeigen, nur im eigenen Geist entstehen und auch nur dort zu lösen sind.
Dabei hilft auch eine zeitweilige Rückschau in die eigenen Erfahrungen, wobei man erkennen kann, dass vieles, was man einst für ein Problem hielt, aus jetziger Sicht gar keines war. Lediglich die Art, wie man über die Dinge dachte, machte daraus ein vorübergehendes Problem, welches uns manchmal gar unlösbar erschien. Und dennoch löste es sich auf, in welcher Form auch immer. Es ist wahrlich befreiend, wenn man für sich erkennt, dass der Frieden, die Freude und auch das in uns allen tatsächlich Hilfreiche, erst dann fühl- und wahrnehmbar werden kann, wenn man das eigene Wohlbefinden, eben nicht mehr vom unverständlichen Verhalten des, beziehungsweise der Anderen abhängig macht. Dann sieht man die Dinge in einem anderen Licht und handelt dennoch keinesfalls lieblos gegenüber dem Anderen und sich selbst.
Natürlich, wenn man helfen kann, dann tue man es auch, dort wo man ist. Das ist wesentlich für den Geistesfrieden in uns selbst, denn in Gott sind wir alle miteinander verbunden und Eins. Dort jedoch, wo die eigene Hand in der irdischen Gegenwart, nicht hinreichen kann, hilft allein das still Werden in sich, da die uns bisher gewohnten Gedanken, niemandem hilfreich sind. Was man ja auch an der Entwicklung, wie du schreibst, in der Welt sieht. Man kann sich nur selber Vergeben, dass man die Dinge derart urteilend wahrnimmt. Also dass man das, was man sieht – als wahr anerkennt.
„Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst“, soll Gandhi einst verlautbart haben. Wenn ich Frieden in der Welt sehen will, muss ich letztendlich akzeptieren, dass dieser nicht mittels Kämpfen zu erlangen ist, sondern einzig mittels Vernunft und Vergebung. Die Bitte von Jesu Christi in der Bibel: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“, konnte Er doch auch nur aussprechen, da Er zuvor selber vergeben hatte und in Seiner, für den menschlich urteilenden Verstand erschreckend misslichen Lage, weder Strafe forderte noch anklagte.
Natürlich könntest du jetzt einwenden, dass Jesus Seine Zukunft kannte und wir nicht, was ja wahr ist. Doch des Einen, der Himmlischen Hilfe, kann man sich dennoch gewiss sein, sobald man damit beginnt, vergebend auf die Welt und sich selbst zu blicken. Dann beginnt sich ein Vertrauen in das Leben, in den lebendigen Gott in uns zu entfalten, das wirklich nicht von dieser Welt ist, da es bereits in uns war, als wir hier ankamen. Und dieses Vertrauen wiederum bewirkt, dass man die Welt tatsächlich mit anderen Augen sieht. Mit liebenden Augen, die gütig auf alles schauen, ohne zu urteilen. Das ist wahrlich Sanftmut, mit sich selbst und der Welt und genau das bringt die Veränderung.
Ich danke dir auch dafür, geliebter Johannes, dass deine Beiträge mich stets dazu anregen, mir der gegebenen Wirklichkeit noch bewusster und gewisser zu sein, als es zuvor – im denkbaren Alleingang gelang.
Umarmung im Geist
mit Liebe
Luxus