Dankbarkeit im Einsatz

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Theoretisch kann man ja für alles dankbar sein, was einem im Leben so begegnet. Praktisch braucht man etwas länger, da es keine zwei Bezeichnungen bräuchte, wenn ein und dasselbe offenbart werden will. Das ‚Könnte‘ ist dem ‚Ist‘ noch nie begegnet. Nur jenes, was nicht beschrieben werden kann, enthüllt in uns stets jene allertiefste Dankbarkeit, die der bedingungslosen Liebe unverhüllt folgt.

Bin ich dankbar für den Schmerz, der mich weckt aus meinem Tagtraum, wenn ich mir beim Gemüse putzen in den Finger schneide? Ja. Der Finger ist noch dran, wer würde dafür nicht dankbar sein? Selbstverständlich werd ich dem Schmerz kein Denkmal bauen, ein einfaches Danke – dünkt mir hier genug.

Bin ich dankbar für das Unwohlsein, welches das Gedankenkarussell in mir zum Ruhen kommen lässt, in dem ich mich selber quälte, dabei in Ungewissheit und Vermutung schwelgend, als sei dies ein Heidenspaß? Ja, ich bin es. Dankend tauche ich wieder in die Stille ein, entlasse das Unwohlsein aus seinem wohlgefälligen Dienst und wein dem keine Träne nach.

Kann ich auch danke sagen, wenn ich etwas sehe oder höre, was mich abstößt oder verletzt? Ja. Denn nur so kann ich in mich fragen, warum stößt mich jenes ab, wie kann mich etwas verletzen, was scheinbar mit mir gar nicht verbunden und außerhalb von mir ist? Ist es wahr, was ich da sehe oder täusche ich mich. Und die Antwort wird mich finden, wird mir wohltun, mich erstaunen bis erfreuen. Denn nun kann ich mir dessen gewiss sein, jenes, was ich da hörte oder sah, werde ich absofort anders sehen und hören können, in einer friedvollen Art wahrnehmen, wie nie zuvor erfahren.

Bin ich dankbar für den November. Ja und nochmals Ja. Ich bin es. Dieser November war wieder wunderbar. Eine Achterbahn voller Gefühle brachte er mit sich, für die ich dankbar war und bin. Die Sonne schien, es stürmte und regnete, ganz meiner gewählten Wahrnehmung angepasst. So vieles wurde entschleiert, akzeptiert und erkannt, dass heut zum Kassenschluß am 30., die Börse meiner Freude und Dankbarkeit derart gefüllt ist, dass sie überquillt und sich gar nicht mehr schließen lässt.

Bin ich dankbar, wenn ich auch heute nicht all jenes tat, was mir die Strenge Form des Planes gebot? Ja, auch dafür bin ich dankbar, denn was ich stattdessen tat, bekam mir wohl. Und jener eine Moment, in dem sich dennoch ein Zweifel anbot, wurde liebevoll hinweggeflüstert. „Gott liebt dich so, wie du bist.“ Die Gedanken streiften dreimal mein Ohr, und ich wußte, Ihm kann ich vertrauen. Er hat es uns allen mitgegeben, jenes Urvertrauen in Sein 🐠 uns bedingungslos anvertrautes Leben. Dies ist mir mehr als Dank wert, meine ganze Freude geb ich dafür und reine Stille dazu.

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