Die Welt der Ideen – 7

von Luxus Lazarz

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Die Energiewirbel

Alles, was man braucht, um eine Idee umzusetzen, wird mit dem Aufleuchten der Idee im reinen Bewusstsein sofort auf den Weg zum Empfänger beziehungsweise in das Energiefeld des Schöpfenden – gebracht. Auch wird die Energie beziehungsweise Kraft, welche der menschliche Körper benötigt, um die Idee ausdrücken zu können, in diesen eingeströmt.

Ein kleiner Wirbel erscheint unsichtbar und dennoch fühlbar in der Mitte des Menschen. Und dieser wirbelt nun ohne Unterlass alles zu sich hin, was der Idee zum tatsächlichen oder geistigen Ausdruck verhilft. Also zum Beispiel weitere Lösungs-, Gestaltungs- oder Einsatzideen. Puzzleteile, die der Begeisterung dienen, Gedankenblitze, die unerwartet einleuchten, doch keinerlei Aktion erfordern, und auch die eine oder andere Form von menschlicher Zuwendung. Und für jeden einzelnen Schritt bekommt der Mensch die dafür benötigte Energie fürsorglich eingespeist.

Das gesamte Energiepaket wandelt sich dann mit jedem weiteren Schritt in den sicht- bis greifbaren Ausdruck der Idee. Und sobald die Idee ordnungsgemäß verstoffwechselt worden ist, wird auch der Wirbel im Innersten unnötig und löst sich nun in sanfte Freude bis tiefe Zufriedenheit auf. Tut man die möglichen Schritte nicht, lässt die Idee jedoch auch nicht los, schiebt diese sogar vor sich her, wird man sie solange in sich tragen müssen, bis man getan hat, was getan werden will oder es ein anderer stattdessen ohne zu zögern tut.

Wiederum, wenn ein Mensch relativ schnell einsieht, dass die Idee im Moment so gar nicht in den selbstbestimmten Zeitrahmen passt und eventuell auch in keinen zukünftigen, dann kann man die Idee gleich in den universellen Gedankenkorb schieben. In diesem werden nicht genutzte und nur angedachte Ideen gesammelt und dann vom Leben liebevoll in jenen Geist eines Menschen geströmt, der vollends bereit für deren Ausdruck beziehungsweise das Erleben ist. Deshalb sieht man manchmal auch irgendwo in der Welt Ideen, die man schon selbst einmal kurz für sich wahrgenommen und bedacht hatte, doch dann wieder verwarf. Doch im Ganzen kann nichts verloren gehen. Alles, was einmal als Idee im Geist erschien, wird dann stets zu jenem oder jenen gebracht, die die damit verbundene Energie auch wirklich demgemäß verstoffwechseln können und wollen.

Menschen, die permanent voller Ideen sind, wozu auch Fantasien zählen, erscheinen dem Beobachter oft leicht nervös getrieben bis übertrieben aktiv. Oft sind diese unbewusst noch immer an die kurzen Pausenzeiten aus ihrer Schulzeit gebunden, können also selten mehr als 5 bis 10 Minuten den gewichtigen Pflichten fernbleiben. Der Gedanke ‚Pflicht‘ wirkt wie eine Glocke im Menschen. Aufgrund der unaufhörlich in ihren Körpern arbeitenden Energiewirbel können sie sich selbst kaum mehr als zur Hälfte ausschöpfen, dementsprechend auch nicht im Kopf abschalten und still in sich ruhen.

Sich seiner eigenen Überlastung bewusst zu sein, führt direkt in eine leichte bis ungewohnt intensive Entspannung hinein. Und nach und nach, mit weiterer Bewusstwerdung kann man ein Gleichgewicht herbeiführen. Also zwischen Anspannung und Entspannung. In etwa so, wie es dem ungeschulten Atmen ganz natürlich innewohnt. Denn das musste kein Mensch lernen. Es wurde und wird jedem gegeben, mit allem Zubehör. Dies im Ruhezustand zu beobachten und mitzufühlen, kann ebenfalls außerordentlich hilfreich sein, in die einstmals natürliche Balance zwischen Ruhen und Tun und auch Planung und Wirklichkeit schrittweise wieder zurückzufinden.

Was lässt sich einsichtsvoll als eigene Ideen erkennen, die eine rätselhafte Unruhe im Innersten bewirken?

Wahrlich alles, was man denkt und fühlt. In kompakter Form jedes Gedankenmuster, welches zum Beispiel einen sogenannten ‚guten Vorsatz‘ beinhaltet. Ein jedes ‚Ich will irgendwann‘ gehört unüberhörbar auch dazu.

Manche Ideen, die man freudvoll empfängt, doch dann erst einmal beiseitelegt, aus welchen Gründen auch immer, können Energiestaus von unangenehmer Art bewirken. Die Energiewirbel pochen dann in uns, um erhört zu werden. Insbesondere, wenn man beim Empfangen der Idee deutlich fühlt, dass diese, ohne zu zögern, mit Ausdruck zu segnen, einem selbst sehr guttun würde. Dann stammt dieses Unbehagen von einem sogenannten „schlechtem Gewissen“ uns selbst gegenüber.

Das Leben wird wahrhaft eine außerordentlich freudvolle Angelegenheit, wenn wir jenes, was uns unmittelbar wohltut, auch tun. Danach ist man ein anderer Mensch. Freundlich und oft auch friedlich gestimmt, was natürliche Kreise im Energiefeld des Ganzen zieht, in denen jeder an dieser Freundlichkeit und Friedlichkeit in der für ihn passendsten Weise teilhaben kann. Kann und nicht muss, doch das stört ja nicht. Man weiß ja nicht viel, doch eines bestimmt: Aufdringlich ist Liebe wahrlich nicht. Sie akzeptiert vielmehr – was ist – und liebt still und freudvoll weiter, einfach so, da sie sich in keiner Form selbst grollt.

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