Postkarte an das Leben

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Einst wünschte der Verstand in mir, die am Besten bezahlte Hausfrau der Welt zu werden. Dabei dachte ich selbstverständlich an ein fürstliches Haushaltsgeld, welches mich von aller Art Einkommenstreß befreien würde. Einst, in der Kindheit, hatte mir die Arbeit für ein Entgelt noch Freude bereitet. Ja, wurde mir gar als ein Weg in die Freiheit verkündet. Doch, dass ich sie letztendlich brauchte, um zu leben, das gefiel mir nach Jahrzehnten der Mühsal überhaupt nicht mehr.

Der Wunsch wurde mir erfüllt. Die Erfüllung traf bereits vor Jahren ein, doch erst vor Kurzem hab ich es selbst anerkannt. Zwar erfolgte die Bezahlung nicht in der Art, wie es einst meiner Vorstellung entsprach. Denn das war nicht möglich, weil dies nicht das Beste für mich war. Doch wurde ich die ganze Zeit, mit allem Benötigtem versorgt und darüber hinaus mit Dankbarkeit und Liebe belohnt. Zugegebenermaßen nichts, wofür man sich etwas kaufen kann. Allerdings davon und darin leben, das kann man schon.

Was im Kurs steht ist wahr. Ich weiß es gar nicht wirklich, was mich tatsächlich glücklich macht. So viel hab ich schon ausprobiert, beinahe nichts ließ ich unversucht. Das Leben spielte mit, zweifellos, doch aus meiner Sicht, so gut wie nie auf Dauer einwandfrei. Nur sehr wenig war dabei, das ich gern hätte ewig behalten, so wie mein Leben, das mir wahrlich, wie von Gott gegeben, unverständlich reich erscheint. Und nun sehe ich es ein, all das Entäuschende kam nicht vom Leben, sondern nur, weil ich es derart sah. Übermäßige Bedeutung, den Dingen, Sorgen und Situationen gab, die im Nachhinein betrachtet, tatsächlich bedeutungslos waren. So hab ich meine Kraft verpufft, und damit ist im Jetzt – ein für alle Mal Schluß. Ich bin bereit, für die endlos beste Zeit, die das Leben geben kann.

Warum auch nicht, eventuell eine Welt, wo ein Lächeln als Währung gilt?
So mag es sein.

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