Vom Bilder machen
von Luxus Lazarz
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Bilder umgeben mich alltäglich und auch im Innersten, im Geist, gibt es ihrer in Hülle und Fülle, sodass das Reine in mir und um mich herum – in gewisser Hinsicht beinahe vollständig bebildert ist. Derart kann ich die Wahrheit nicht sehen, denn all die Bilder über das Leben, welche ich mir unwissend gemacht habe, stehen zwischen dem Wahrhaften und mir. Die Wahrheit ist kein Bild. Sie läßt sich nicht einfangen und einsperren auf einem Stück Papier oder einer Leinwand. Sie passt in keinerlei Form vollständig hinein und ist stückweise nicht erkennbar. Stattdessen ist sie, genau wie die Liebe, derart rein, hell, leuchtend, ganz und vollständig, dass sie jedes ihrer Geschöpfe unbegrenzt und beständig umgibt und durchströmt. Welchen Sinn ergibt es da noch, sich um Worte und Bilder zu streiten, wenn die allumfassende Wahrheit in keines von beiden passt? Wo man geradezu sehen kann, wie so manche Diskussion nichts weiter bewirkt, als dass der Bilderstapel wächst, welcher die Wahrheit überdeckt.
Ich lebe. Das ist wahr. Eine Wahrheit, die wohl so ziemlich alles Lebendige in sich vereint. Also, worin man sich einig sein kann, so ganz ohne Wenn und Aber. Dies ist nicht nur ein Glaube, sondern eine Tatsache, wahrlich bis zum letzten Atemzug. Ist das denn nicht schon Wunder genug, um eben bis zu diesem letzten Atemzug, für diese einfache und doch fundamentalste Tatsache dankbar zu sein? Zumal ich wirklich nichts dazu beitrug, lebendig zu sein. Dankbar sein für jedes Erwachen, gleichgültig zu welcher Tageszeit, für jedes Lächeln und Lachen, beim stillen Genießen des Lebens. Dabei ganz frei von allen Bedenken, was ein Davor oder ein Danach anbelangt. Bin ich mir das denn nicht wert? Nicht wert, einfach nur die Freude zu fühlen und den Frieden, in jedem Moment der Bedürfnis- und Wunschlosigkeit, des friedvollen Vertrauens in das Leben selbst?
Ich seh es einfach mal so, all diese stillen Momente öffnen den Raum für die Reifung der Perlen, die unleugbar nun stetig öfter, sanft und freudvoll mir als Erfahrung zufallen.
Wie viele freudvoll stille Momente ist man sich eigentlich am Tage so wert? Und wer könnte sie einem geben, außer man sich selbst? So eine kleine Strichliste könnte da behilflich sein. Bereits jetzt wird die Freude fühlbar, die jeder neue Strich nach sich ziehen wird. Freude, die nicht einfach so verpufft, sondern sich aussät im Geist und auf dem Weg des Lebens erblüht. Dabei sich mühelos ausdehnend, wo auch immer man ist.
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