Reich an Freude

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Hilfe, hilfe, oh lieber Gott,
es freut mich schon wieder,
und ich entdecke wiederholt,
es ist nur das Be- und Verdenken,
welches die Stille in mir zerreißt –
in all diese freudlosen Teile.
Zerdenk ich jedoch nichts,
steigt leicht die Freude auf,
dehnt sich aus, ganz ohne Mühe,
ganz ohne Weh und Stöhn.

Strömt einfach so, grenzenlos,
wie es ihr beliebt und
mir höchst bekömmlich ist.
Gibt sich mir vollkommen hin –
frei von Bedenken, reinigt Geist und Leib,
bewegt mich frohgemut von Ort zu Ort,
grad so – als würd ich schwebend sein.

Ist das noch normal,
wenn einfach so, ohne Anstrengung,
das System außer Kraft gesetzt wird,
da offenbar – ich selbst es bin,
welche die Bedeutung den Dingen
andichten und nehmen kann?

Bin gar nicht hilflos,
nur freudvoll im Jetzt.
Ungewohnt sanft hält die Freude,
mich im Leben wach und
lässt mich stetig seltener allein.
Dies auch wahrlich nur noch dort,
wo die Gedankenzeit –
keinerlei Macht mehr besitzt,
mich wieder einzufangen
und zum Untertan zu machen.

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