Die Welt der Ideen – 2

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Wenn der Wunsch in mir, an meinem Nächsten Kritik zu üben, wilde Stachel treibt und allgemein überhand nimmt, ist dies stets eine wunderbare Gelegenheit für die Anwendung eines kleinen Gebets:

„Sei in meinem Geist, mein Vater, den ganzen Tag hindurch.“*
Ich danke dir mit Freude, dass du mein Bitten erhörst und erfüllst.

Auch die Ungläubigen können diese Gedanken zweifellos benutzen, denn die Liebe hilft unbeirrt auch all jenen, welche nicht an sie glauben. Dies schreib ich dir und mir mit Gewissheit, da ich selbst einst ungläubig war, was allerdings keineswegs zahlreiche Wunder  – von deren Erscheinen in meinem Leben abgehalten hat. Und Gott sei Dank, wirkt das Gebet nicht nur bei dem Drang, den Nächsten zu kritisieren. Man kann es überall bedenkenlos einsetzen und dies ebenfalls bei starken Anfällen von Selbstkritik und Kritik an der Welt allgemein. Ein Blick in die Welt genügt, um zu erkennen, man hat genug Kritik geübt, nun kann man auch mal etwas Neues erlernen. Und da mir das Gebet, wahrlich als ein Gegenteil der Kritik erscheint, macht dieses Üben sogar Spaß. Zumal die gottgegebene Wirksamkeit des Gebets, nicht zu leugnen ist, denn es bringt den Geist für einen Moment in die Stille, und in dieser kann man überraschenderweise, den Nächsten und auch sich selber in einem anderen Lichte sehen. Woraufhin deutlich wird, dass nur das Ganze wichtig ist und keinesfalls die oftmals lächerlichen Fehler, welche man dem Anderen und auch sich selbst anheften will. Und während nun das Wesentliche, das Liebevolle und einzig Wahre in den Vordergrund rücken, verzieht sich der Traum von Welt und all die Boshaftigkeit darin kommentarlos in den Hintergrund. Dort muss sie auch bleiben, solange man sie nicht wieder engstirnig in sich selbst herbeiruft. Doch sogar dann, lässt sie sich immer und immer wieder mit dem Gebet zurückweisen, da der allmächtige Vater eben reine Liebe ist.

Liebe, die weder bedrohlich wirkt und auch nichts verdrängt, sondern einfach still und sanft sich derart im Geiste ausdehnt, dass das Altbekannte mehr und mehr aus deinem und meinem Leben schwinden müssen, da diesem jeglicher Halt in uns nun fehlt. Und das Beste daran ist, die Anwendung bringt nicht nur dem Anwender Gewinn, sondern ebenfalls all dem, was dich und mich in der tatsächlichen Wirklichkeit umgibt. Also keiner verliert, das ist doch nun mal eine wirklich echt schöne Idee.

PS: Der 1. Satz* des Gebets stammt aus der Kurslektion 232. Der Text darin war derart sanft und schön, dass ich gar nicht anders konnte, als diesen mit dir zu teilen und mich selbst dabei, mit Freude daran zu erinnern, dass das tatsächliche Leben mich einzig im Gegenwärtigen umfließt und durchströmt. Und auch daran, dass dies niemals anders war und sein wird.

Die Liebe ist nicht nur mitten unter uns, sondern vielmehr auch in uns allen. Hält wahrlich mit sanfter Hand verbunden, was niemals getrennt werden kann.

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Sei bedankt, fürs Lesen und dein Lächeln im Jetzt.

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