Widerstände aufklären

.

Ich verwandle allen Widerstand in und um mich * in Klarheit und Einsicht …

Widerstand drückt sich aus – durch mich – wenn ich die bestehenden Dinge – weiter verfestige, obwohl das nicht meine Absicht ist. Dies geschieht durch Denken, Worte und Taten. Indem ich zum Beispiel versuche, mir unangenehme Situationen mittels verständnisvoller Beredsamkeit zu entschärfen, durch wohlgemeinte Erklärung aufzulösen, erreiche ich in der Wirklichkeit – unsichtbar oft das Gegenteil und mache beständig, was sonst gar nicht bleiben könnte. Jede unwillkommene Wiederholung in meinem Leben, weist mich direkt darauf hin. Ich setze Leben, Geist und Atem ein, um genau das zu halten und zu vertiefen, was ich nicht wirklich haben will.

Manchmal frage ich mich selbst, warum ich Worte und Gedanken in das Unwillkommene mische. Dabei ist doch mein tragender Glaubenssatz und auch eine sich ausdehnende Erfahrung im Alltag, dass sich alles von allein * regelt und entfaltet, bis zur bedingungslosen Liebe, Freude und Zufriedenheit im allumfassenden Dasein. Zwar ist die Zufriedenheit manchmal noch ein Knackpunkt, doch Freude und Liebe sind unausweichlich alltäglich dabei.

Ich bin, wo ich bin und das hat einen Sinn. Wohin würde ich gehen, wenn ich könnte? Es gibt kein Ziel in der Ferne. Mein wahrer Zweck ist nur in mir selbst erkennbar, auch das Klären aller Fragen und Reibungsflächen mit der Welt – findet dort Anfang und Ende. Derart erfolgt das Erkennen der Magie und des Nutzens all der Gaben, die ein Mensch – die ich – in mir trage. Was würde zum Beispiel passieren, wenn ich gar nicht mehr vorausschauend denke, nur beobachte was geschieht, kein weiteres Urteil daraus bilde und mich dadurch einfach erkenne – in der eigenen Schöpfung?

Wer sich erkennt – kann weiterdenken – als er jemals zuvor für möglich hielt. Heute habe und kenne ich, also der Mensch – Gefühle, deren Tiefe mir nicht vorstellbar waren. …und ich wusste auch jahrzehntelang nicht, dass sich ein Mensch mit dem Leben in seiner Gesamtheit – derart verbunden erfahren kann. Auch heute – bin ich immer noch darüber erstaunt und zutiefst dankbar, dass mich das Leben direkt und gnadenlos * in den Strom des Erkennens zog.

Wer sich mit der Lüge beschäftigt, den beschäftigt die Lüge. Wer sich der inneren Wahrheit öffnet, dessen Leben wird von dieser geflutet, sodass sich alles verändert und ganz neue, bisher unvorstellbare Wege in der gegebenen Welt erscheinen können. Alles Leben beginnt im Innersten, bewegt sich dort nichts mehr, löst sich auch das äußere Drumherum auf und zerfällt irgendwann zu Staub.

Wohin fließt dein Licht, wohin fällt dein Blick,
was machen deine Worte und Gedanken aus deinem Licht?
Was wird durch dich gestärkt in der Welt?
Ist es das, was du willst?

Und letztendlich – ist das, wogegen ich in vielfacher Form in mir Widerstand leiste, tatsächlich gegeben in meiner unmittelbaren Welt, oder lasse ich lediglich mein Licht im Schatten der Wogen reisen, die mir die ferne Welt als Aussicht darstellt?

Heimspiel für Insider:

Warum mag ich es nicht, wenn es laut wird, sinnloses Geschrei erschallt oder Betrunkene im Wald herum grölen? Zumal ich stets wieder erfahre, wie das Laute sich entfernt, wenn ich es nicht erweitere, mit meinem Widerstand in Gedanke, Wort und Tat noch stärke, also selbst lauter werde, als es mir tatsächlich angenehm ist. So kann man sich eine Stunde lang lauthals anmachen, noch weitere Stunden, Wochen oder gar Tage über den Vorfall aufregen, über einen Hundehaufen, über einen Menschen, über dies und das, doch man kann auch gleich wieder auf den Boden der Wirklichkeit kommen und – wie bereits im Neuen Testament empfohlen – zum Vorübergehenden werden, der in sich nichts – mit aus dem Wald bringt, was dort schon keine Freude hinterließ.

.