Die Welt der Ideen – 4

.

Die sogenannte Selbstherrlichkeit hat mit unserem wirklichen Selbst nichts gemein. Alle Formen der Gemeinheit, die ich gegenüber meinen Schwestern und Brüdern in mir hege und bei anscheinendem Bedarf auch ausspreche, beziehungsweise auslebe, wendet sich im Kreis des Lebens am Ende wieder gegen mich selbst. Oder vielmehr gegen das, was ich glaube zu sein, jedoch in Wirklichkeit nicht bin und wahrlich auch nicht sein will. Jeder weiß in sich, dass es für Gemeinheit niemals wirklich einen Bedarf gibt.

Somit habe ich mir als Mensch höchstpersönlich ein Denksystem zurechtgebastelt, das sich mit aller Konsequenz gegen mich selbst gerichtet hat. Ich gab diesem die Macht aus Unwissenheit. Doch Gott sei Dank, weiß ich nun, das muss nicht sein. Ich kann es wandeln, durch den Geisteswandel in mir. Durch eine andere Sicht der Dinge, die mir bisher schwer im Magen lagen. Ich kann, denn ich selbst war es, die sich all den Unsinn, die Lügen, das Leid und auch den Kummer einverleibt hat. Was allerdings niemals ein Grund dafür ist, an der mich umgebenden Welt zu verzweifeln, und ebenfalls nicht an mir selbst. Wem wäre damit tatsächlich geholfen oder gedient? Stattdessen entscheide ich mich jetzt, buchstäblich die Flinte ins Korn zu werfen, um nie wieder damit auf Spatzen zu schießen, die ich Ei für Ei in meinem Kleinhirn ausgebrütet habe.

Statt des Wortes Spatz kann ich auch die Gedanken: Bruder, Schwester, Vater und Mutter, Arzt, Politiker und letztendlich mich selbst, den Menschen, einsetzen, denn im Himmel wird weder Politik gemacht, noch hat der Gott der Krankheit dort ein Aufenthaltsrecht. Jeder Schuss, den ich in mir abfeuere, trifft beständig nur mich und kehrt wie ein Bumerang zurück zum Abschusspunkt. Die Kugel, die mich trifft, ist mein eigenes Urteil, dem ich mich unweigerlich stellen muss. Weiß ich das nicht, wird sie mich in den Rücken treffen, mich niederwerfen, sodass ich wiederkehren muss, um meinen eigenen Stuß aufzulösen, wegzuräumen, und somit den Weg des Lebens für die gottgegebene einfache Wahrheit freizumachen.

Kein Mensch verweilt hier auf Erden, weil er zu gut für den Himmel ist. Vielmehr ist es wohl so, dass man den Himmel weder erkennen noch bewohnen kann, solange man eine Flinte in der Hand hält, beziehungsweise geladen und schussbereit im Kopfe trägt. Doch im Himmel gibt es kein Blut und keine Seele bedarf dort einer Flinte, weil man nun mal das Geistige nicht erschießen kann. Nur verwirren, das geht schon – jedoch mit Sicherheit auch vorüber. Dementsprechend folgt hier also noch ein: Gott sei Dank!

Jetzt ist die einzige Zeit, in der dies einsehbar wird und jegliches Übel verzichtbar wird. Also lass ich sie los, all die Ideen in meinem Kopf, die weder mir noch irgendwem hilfreich sind. Und der Christus versichert uns: Schneller als wir denken können, wird sich der Himmel auch auf Erden entfalten. Vor unseren Augen zerfallen nun all die Ideen von Krankheit, Sünde und Tod. Offbaren sich als herbe Illusion, als Irrtum, weil du und ich um keinen Preis weiterhin am Erhalt dieser Schattenbilder mitarbeiten. Sollten diese Gedanken für dich und mich zu schön oder zu einfach klingen, um wahr zu sein, so ist dies unsere eigene Wahl. Bereits William Shakespeare schrieb einst „Wie es euch gefällt“. Man hielt es für einen lustigen Titel und übersah die einfache Botschaft darin. In der Lüge leben, scheint zwar oberflächlich bequem, doch tief in uns wissen du und ich, dass genau dies die einzige Hölle ist.

So lass ich das Zündeln mit dem Feuer im Kopf und begebe mich, mit allen Brüdern und Schwestern vereint im Geist, auf den Weg nach Hause. Alle werden erwartet. Und ich höre und staune. Das Glück in jeder Form wird allen ein treuer Begleiter sein und ungeahnte Wunder öffnen uns ab sofort mühelos Türen, wo wir zuvor nur feste Mauern sahen.

Gott sei Dank! Nur Seinem Willen will ich dementsprechend folgen, in alle Ewigkeit. Denn das Göttliche will, dass wir alle glücklich, heil und friedvoll sind, und genau das will ich ebenfalls, da meinem Selbst noch keine andere Idee jemals wirklich heller erschien. Im Jetzt sehe ich – ein für allemal – ein, wo Freude und Liebe sind, kann gar nichts anderes mehr sein.