Entscheidungsmacht
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Nichts kann von Außen in den Geist eines Menschen eindringen, was er nicht selber in sich einlädt Unruhe zu stiften.
Im Laden der Welt ist die Versuchung groß, auch all jenes in den Gedankenkorb zu legen, was man nun wirklich nicht braucht. Gibt man dem Geist jedoch für einen Tag bis vier Wochen, einen möglichst totalen Einkaufsstop, und zwar bezüglich aller weltlichen Ansichten, Meinungen und anderem Vorgefertigten, ist dies tatsächlich der Beginn, sich von all dem Bedeutungslosen zu verabschieden, zu reinigen und bestenfalls den Körper gleich mit. Dies ganz ohne Mühe, denn nichts muss bedacht werden, über das wahrhaft Seiende hinaus. Und stetig mehr wird einsehbar, dass niemand Probleme lösen kann, die es nicht gibt.
Dann wird man entdecken, dass man weder der Quatschi im Kopf ist, noch der Luftschlossbauer, Blödelheini oder hemmungslose Schwarzseher, für den man sich bisher selber hielt. Die Kopfgespräche werden dann mehr und mehr enden, da keine Möglichkeiten des Unheils weiterhin erfunden, eingeladen und genährt werden. Und das Leben beginnt sich vor unseren Augen zu wenden, hin zu einer Wirklichkeit, die über das Gegenwärtige nicht hinausreicht, da diese genügt.
Im Hier und Jetzt verliert sich aller Schrecken und wird klar jenes wahrnehmbar, was die Gedankenparty im Kopf bisher vor uns verbarg. Also jenen reinen und lebendigen Geist, jenes reine Wesen, das ein jeder wirklich ist. Denn immer dann, wenn der Verstand schweigt, kann man sich des unbeschreiblichen Friedens im Innersten gewahr sein. Ein Frieden, der dir und mir von Beginn an gegeben ward und stets im Hier und Jetzt als unser tatsächliches Zuhause erkannt werden kann.
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