Christus und wir
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Seit mehreren Jahren begleiten mich die Christusbotschaften, welche ich einst bei der liebevollen Marina aus einem Kartenstapel zog. Und alltäglich kann ich fühlen, wie hilfreich es ist, sich in so mancher Situation – an eine oder alle dieser Christusbotschaften – zu erinnern. Sie sich lautlos in den Geist zu legen und dann einfach zu beobachten, mit welcher Sanftmut und Liebe sich die Sicht auf die Dinge verändert. Sozusagen enthärtet und ins rechte Licht gerückt wird. Sodann kann sich, das vorübergehend Gebeugte in mir, tatsächlich vom Innersten her kraftvoll wieder aufrichten und weiter schreiten, auf dem direkten Weg in der Liebe Herz.
Als eine der sanftmütigsten und gütigsten von allen, die mir bisher zugefallen sind, erscheint mir die Christusbotschaft Nr. 3. Welche da lautet:
„Diene in Liebe und ohne Druck.“
Vor einigen Tagen, während ich die vorgenannten Gedanken wohl im Geiste zum 500-sten Male genoss, erinnerte ich mich plötzlich an ein Sprichwort, welches ich in früheren Lebenszeiten des öfteren zu hören bekam. Zeiten, in denen ich noch nichts von Gott und dem Christus in einem jeden wahrgenommen hab.
„Es allen recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann.“
Zwar wird mir in diesem Sprichwort nicht, ganz dieselbe Liebe und Güte fühlbar, wie in der Christusbotschaft, dennoch haben beide etwas gemeinsam. Offenbar sind diese Worte, durch einen ungewöhnlich liebevollen Geist in die Welt gegeben worden. Weise Worte, die den Verstehenden von all dem, was keine Liebe ist, erlösen wollen. Denn stets dann, wenn man sich unter Druck fühlt, während man damit beschäftigt ist, die sich meist selber auferlegten Anforderungen zu erfüllen, wird man relativ schnell unfreundlich, unleidlich, macht Fehler und ist dabei keinesfalls in Liebe. Eher dient man dann wohl der Angst, welche sich auch als Wut oder Zorn tarnen kann. Einer schwammigen Angst, man genüge nicht oder werde nicht geliebt, wenn man nicht all die Dinge erledigt, die sich der Verstand – auf eine endlos lange Das-muss-ich tun-Liste gemeißelt hat.
Nun frag’ ich mich, ist es denn wirklich zu glauben, dass sich ein liebevolles Herz vom herzlosen Verstand einschüchtern lässt? Das tatsächlich Liebende in mir, denkt dies wohl nicht, doch jenes, welches Sorge mit Liebe verwechselt, das ist schon verführbar. Gott sei Dank kann ich allerdings bezeugen, dass dieser selbstzerstörerische Akt unausweichlich von vorübergehender Art ist. Es wäre ja auch jammerschade, würden wie endlos viele Leben nur damit verbringen, werden zu wollen, was wir nicht sind, um auf diese Art zu suchen, was wir schon immer waren und auch ewig bleiben. Liebe in Bestform. Und wenn es irgendjemand in diesem Moment recht unwahrscheinlich erscheint, dass dies wahr sein könnte, macht das nichts. Irgendwann wird ein jeder erleben, dass die Liebe niemals stirbt. Also die Liebe des Schöpfers für all seine Geschöpfe, die Liebe, in und aus der er uns erschaffen hat und die das wahre Leben in uns ist.
Wird man sich dieser ewig währenden Liebe hinter all der innerlichen Bedrängnis gewahr, kann man das Leben mit anderen Augen sehen und dem Alltäglichen mehr und mehr, mit Gelassenheit, Hingabe und gar Freude begegnen. Und dieser Wandel führt unausweichlich zu dem Punkt im Leben, wo einem die Einsicht zufällt, dass es gar nichts mehr gibt, von dem man erlöst werden will. Denn nun dient man in Liebe, ganz frei von weltlichen Zielen. Mehr als die Liebe in sich selbst zu realisieren und anzunehmen, kann man auf Erden wohl gar nicht erreichen.
Nun hab ich mich wieder ein Stück weit verplaudert. Schau doch selbst mal bei Marina rein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist auch für jeden eine Christus-Botschaft dabei. Eine fühlbar hilfreiche, die man dann mit ganzem Herzen genau in diesem Moment willkommen heißen kann.
Es gibt dabei auch gar nichts zu verlieren, außer eventuell all jene Gedanken, die sich drängend, hetzend und quälend in unserem Geist breitgemacht haben. Wobei wir selbst es waren, die sie aufgenommen haben in das reine Leben in uns. Jenes Leben, das niemals verloren gehen kann, da Gott es uns gab. Der Himmel in uns währt ewig. Was Gott gibt, untersteht in keinem Maße einem Gesetz dieser Welt. Sich dessen unerschütterlich bewusst zu sein, tut einfach nur gut und ist erfahrbar wahr. Wer Wunder erlebt hat, kann hier nur nicken und zustimmen.
PS: Dankeschön fürs Lesen. 🙂
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