Die Illusion von Schuld

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Wenn eine Liebe in Haß umschlägt, ist dies mit Gewissheit ein Zeichen dafür, dass jenes, was man als Liebe in sich wahrnahm, gar keine war. Eher wohl ein Ausleben eigener Bedürftigkeit, welche der Andere nun doch nicht nachhaltig erfüllen konnte. Somit haßt man sich tatsächlich unbewusst selbst und benutzt lediglich den Anderen, um ihm die Schuld für das eigene Versagen unterzuschieben.

Doch zerbricht eine Beziehung aufgrund von Enttäuschung, gibt es hier gar keine Schuld. Offensichtlich wird lediglich, dass man sich geirrt hat, in dem was man wollte. Geirrt hat in dem Glauben, der Andere könnte geben, was man in sich selber fühlen will. Es mag zwar ernüchternd sein, sich den eigenen Irrtum einzugestehen, doch Schuld hat damit nun wahrlich nichts zu tun.
Macht man sich jedoch gemeinsam mit dem Anderen, so friedlich wie möglich, bewusst, dass wahrlich keiner eine Schuld am Leid des Anderen trägt, dann kann man frei und zuversichtlich weitergehen oder auch bleiben, um zu lieben, was da wirklich ist.

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