Wort und Inhalt 2
.
Schuld und Sühne
Schuld ist ein Gedanke, der in des Menschen Verstand manigfaltige Formen annimmt. Ein Gedanke, der sich wie eine Waffe gegen den Anderen und auch gegen uns selber einsetzen läßt. Erfahrbar ist ebenfalls, dass das sich selbst Vergeben oftmals extrem schwerer fällt, als dies uns im Zusammenhang mit dem Anderen gelingt. Dies insbesondere dann, wenn man erkennt, dass man sich mit einer Schuldzuweisung geirrt hat und die Gegenwart zeigt, dass sich alles ganz anders ergab, als man steif bis hart zur eigensinnigen und oft schmerzvollen Wahrheit erhob.
Die Sühne bewirkt, dass es nichts in dir und in deiner Vergangenheit gibt, wofür du dich schuldig fühlen müßtest, da dir alles von einer höheren Macht vergeben worden ist. Und wenn du dein Herz fühlst und bereits seit längerer Zeit, über das Geschehen in deinem Geist und in der Welt nachdenkst, dann wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nichts mehr tun, wofür du dich jemals schuldig fühlen könntest. Zumal jeder Tag, wenn du an dessen Ende dich zum Schlafe niederlegst, ebenfalls schon wieder Vergangenheit ist, sobald du im nächsten erwachst. Und das wahrlich Gute an der Vergangenheit ist und bleibt stets deren Vergänglichkeit.
Schuldig kann man sich nur machen, während die Sühne weder gemacht noch vom Menschen erdacht, sondern lediglich angenommen werden kann. Wer dies tut, sieht abdann auch keine Schuld mehr im Anderen. Denn hier wirkt die Himmlische Gerechtigkeit und jener, dem Vergeben wurde, teilt nun das, was er erhielt, mit der ganzen Welt, die ihn umgibt.
Es lacht durch mich und die Finger bewegen sich von allein über die Tastatur. Das wahre Leben findet man weder im Fernsehen noch im Internet. Dort sieht man nur die Schatten, der eigenen Gedanken, Wünsche und Träume.
.
