Glänzende Aussichten
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Es gibt keinen Glanz in der Welt ohne Licht. Im Dunkeln glänzt nichts. Das Licht ist in uns und unabhängig von monetär erwerbbarer Energie in der Welt. Denn das Licht in uns ist die Stille, die wir gedankenfrei sind. Scheinbar nur ein Hauch und doch gleichsam alles, was uns lebendig hält. Erinnert man sich an das Licht im Innersten, so kann man es mit der lauten Welt teilen, kann es ausstrahlen, damit es mehr und mehr auch das gesamte Umfeld stillt.
Und die Welt verändert sich, doch das stille Leben in einem jeden bleibt unveränderlich. Verlässt uns nie. Selbst dann nicht, wenn man beinahe pausenlos kopfvoll versucht ist, die Stille in sich zu verlassen. Doch man hängt an ihr tatsächlich unwiderlegbar, genau wie sie in uns. Wenn wir das Licht, die Stille sind, wie könnte man sich wirklich selbst verlassen, ohne das Bewusstsein zu verlieren? Die lichte Stille ist beständig und das Leben selbst in mir und all dem, was lebt.
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Ich hab‘ sie fast bis zum Rand mit Belanglosem gefüllt, bis der Kelch überfloss, den ich mir selbst eingeschenkt hab‘. Doch Gnade stieß den Kelch um und gab mir einen weiteren, der gefüllt mit reiner Stille war und unerschöpflich blieb. Anfänglich nippte ich nur daran. Denn wohl kaum von Nutzen, derart erschien mir das reine Sein. Gott sei Dank, täuschte ich mich und wurde erfrischt. Immer und immer wieder im stillenden Licht.
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