Gedankenenteignung
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Einst lernte ich, dass Gedanken Macht haben. Doch die Erfahrung ließ mich erkennen, dass ein Gedanke an und für sich machtlos ist. Denn es ist die Macht des Lebens in mir, die jeder Gedanke nutzt, um sich fester mit allem, was ich bin, zu verbinden. Manchmal hat so ein Gedanke mich sogar für kurze und auch lange Zeiträume beinahe gänzlich übernommen. Dann war ich des Gedankens Empfehlung entsprechend, zum Beispiel ungeduldig und habe auch Gedanken ausgesprochen, die letztendlich mir selber Leid (an)taten und ein mich schuldig fühlen mit sich brachten. Gott sei Dank erinnerte ich mich irgendwann und mit sich ausdehnender Klarheit stetig schneller daran, dass ich nicht dieser Gedanke bin. Lediglich dessen Quelle darstelle, zumindest solange, bis ich die mir anvertraute Lebenskraft nicht mehr an das Unding weitergebe, damit es sich entwickeln möge. Das wäre doch total verrückt und das bin ich nicht.
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