Die Schnecke

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Die Schnecke ist ein bemerkenswertes Geschöpf. Überraschend leicht gleitet sie dahin auf ihrem eigenen Schleim und rutscht niemals aus. Anmutig und schier endlos geduldig mit sich selbst, bringt die Schnecke weite Strecken hinter sich. Bereist die Welt in wahrlich eigener Sicht, schiebt sich gar an Wänden hoch und ward schon an den seltsamsten Orten gesehen. Tag für Tag und Nacht für Nacht bereitet sie sich derart selbst den Weg. Dabei ganz still und ohne Klage oder Forderung an all jenes, was sie umgibt. 

Und jene Langsamkeit, die in des Menschen Welt allgemein als hinderlich, ja so manches mal gar  dumm erscheint, ist für die Schnecke wiederum ein Reisen, ein stilles Sein im unendlichen der Wirklichkeit. Offensichtlich fehlt der Schnecke jeglicher Glaube, an die Gesetze und Wirkungen der Zeit. 

Wie viele Menschen gibt es wohl auf Erden, die einer winzigen Schnecke an Geduld, Hingabe und Stille ebenbürtig wären? Und wie vieles scheiterte bereits in eines Menschen Leben an jener aufreibenden Ungeduld, welche das Ich im Innersten erbarmungslos von einer Insel der Hoffnung zur nächsten treibt?

Denn nach und nach gingen all die Inseln unter. Die Hoffnung trug sie nicht. Nur das Vertrauen in die einzig wahre Macht der Liebe, kann jenes unermüdlich Ersehnte in uns offenbaren, das nie verborgen war. Wahrlich nur in des Geistes Stille erblüht das volle Maß des Lebens. Kennt weder Hast noch Eile. Ist einfach da und dehnt sich aus. Und alles, was Es in sich birgt, gedeiht in seinem liebevollen Blick, dies herrlich leicht und wundersam.

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Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich von allen treuen Brüdern und Schwestern, die mich über 13 Jahre hier begleitet haben und jene Gedanken lasen, die mir der liebevolle Geist zum Teilen mit der Welt gab. Sei fühlbar bedankt für dein Sein in der Welt und auch für all die Kommentare, jeglichen Austausch sowie Zuspruch und Umarmungen im Geist, die du hier hinterlassen hast.

Luxus

PS: Nur zur Erinnerung: Fischzug

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