Vergebung 2

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Vergebung teilt man nicht wörtlich mit. Sie findet leise im Menschen statt. Und hat er vollkommen vergeben, löscht dies auch die Erinnerung an den Stein des Anstoßes. Dann ist es wahrlich so, als wäre jenes, was vergeben wurde, niemals passiert. Dennoch ist es anders als zuvor, da etwas, das zuvor anscheinend zwischen den Menschen stand – aufgelöst wurde. Hier wird der Glaube an die Trennung  durch die Vergebung aufgehoben, zumindest in der einen Sache – für immer entlarvt.

Dann bleibt da nur noch das Erkennen, ein Wiedererkennen der fühlbaren Verbundenheit und jener Kraft der Liebe, die ratzi fatzi und sanft zugleich ungeschehen sein lässt, was in Wirklichkeit nie geschah. Somit lässt die wirkliche Vergebung nichts Greifbares im Bewusstsein des Menschen zurück, an dem sich dessen Geist zum Thema noch einmal reiben könnte. Womit er letztlich ja stets nur ein Feuer entzündet, welches unweigerlich seiner Kontrolle entgleiten muss – bis er vergibt, dem irrtümlich für wahr angenommenen Vorkommnis und sich selbst darin.

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