1 – Klarsein 2025
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Wenn man das Leben rückwärts beschaut, kann überraschend erkannt werden, dass man zwar des öfteren glaubte, viel zu wissen, doch dies ein verzeihlicher Irrtum war. Ein Irrtum in vielerlei Hinsicht, sodass man letztendlich sogar in dem irrte, was man glaubte zu lieben. Denn so manches liebte man dem Anschein nach im Übermaß, während anderes wiederum derart belanglos erschien, dass man es gar nicht wahrnahm. In etwa so, wie man die linke Hand eventuell lieber hat, da sie unverbrauchter als die rechte erscheint. Dennoch wird man nicht um die Einsicht herumkommen, dass es stets das Ganze benötigt, um in gewisser Weise vollständig zu sein.
Und im Laufe des Jahres wird derart ein Irrtum nach dem anderen im Geiste auf und davonfliegen. Während sich stattdessen stillende Klarheit im Gewahrsein ausweitet. Mehr und mehr wird nun erkennbar, dass der Kern eines jeden Wesens reiner Frieden ist und allemal ebenso geliebt und sein gelassen werden kann, wie man es sich selbst zugesteht. Was man liebt, will man nicht verändern, sonst würde man ja nur das Bild von der angestrebten Veränderung lieben und nicht jenes, was als Rohstoff, Ding oder Kleiderpuppe für die Veränderung ausgewählt ward. Liebend bin ich stets all jenem gegenüber, das ich ohne den Wunsch, es zu verändern, anblicken kann. Bei vielerlei dabei ganz still im Geist, ohne Absicht, Plan und Ziel. Im besten Sinne sogar des öfteren voller Freude, einfach so ohne jegliches Verlangen nach mehr.
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