Das Angebot

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Bei allem, was ein Mensch einem Anderen zeigt und mitteilt – handelt es sich um ein Angebot an den Anderen. Ein Angebot dessen, was man glaubt zu sein, wie man denkt, wofür man sich hält, welches das Gegenüber dann annehmen kann oder auch nicht. So kann man zum Beispiel eine Klage anbieten, eine Meinung, eine Ohrfeige, einen Zaubertrick, ein Lächeln, Freude, heitere Aussichten und so weiter. Also so ziemlich alles, was einem jemals in den Sinn kommt, letztendlich wahrhaft die gesamte Bandbreite vom Spruch bis zur Tat.

Dementsprechend ist auch jeglicher Groll das Angebot, diesen miteinander zu teilen. Doch warum bietet man seinen Groll überhaupt an? Wahrscheinlich lediglich, weil man dafür die Bestätigung des Anderen braucht.
Den Groll, den man ausspricht, teilt man inhaltlich. Will ihn der Andere nicht, bleibt man damit allein.

Allen Groll, den man allerdings innerlich gegen jemand anderen oder irgendetwas hegt und bewusst unausgesprochen lässt, beschert man sich stets nur selbst. Bietet sich selbst eine Sichtweise an und hält daran fest. In diesem Fall ist es dann das ganz eigene Theaterstück im undurchschaubaren Innersten, dargeboten vor einem Ein-Mann/Frau-Publikum.

Grollen ist in jedem Fall erkennbar unnütz, weil dieses in der Wirklichkeit gar nichts bewegt. Wenn überhaupt, kann dies nur einen Sinn haben, nämlich sich selbst damit zum Lachen zu bringen, sobald man die Unhaltbarkeit dessen entlarvt, was da im eigenen Denken vor sich hinschwelt.

Jedoch, wenn man es sich einsichtsreich zur Gewohnheit macht, lediglich anzubieten, was man selbst empfangen will, kann dies außerordentlich erhellend wirken. Erhellend im eigenen Dasein und ebenfalls für alles, was sich unmittelbar im Umfeld bewegt. Nur Mut, denn der Versuch macht in diesem Fall nicht nur klug, sondern bewirkt sich mehrend Freude, Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Das Leben ist voller Wunder, lerne wieder zu staunen, und dies ausschließlich – in angenehmer Hinsicht, weil auch das möglich ist.

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