Freude

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Freude wird dem Menschen fühlbar – in Körper und Geist. Sie ist die fundamentale Energie des menschlichen Seins. Freude ist ein anderes Wort für Liebe. Ich brauche die Freude auch nicht auszudrücken. Sie wirkt sich selbstständig aus, ganz ohne Plan und Ziel. Ihre Ursache ist das Leben Selbst, in dem ich bin, welches sich auch durch mich bewegt und mich dabei nirgendwo allein zurücklässt.

Wie drückend und leer dünkt das Leben einem Menschen, wenn er keine Freude darin fühlt? Wie leicht erscheint Es allerdings demselben, wenn dieser im Sommer auf einer Wiese verweilt – dabei sorglos, frei von Gedanken an gestern und morgen, vollkommen eingeschmiegt in das Jetzige. Ein Mensch, der dem Summen der Hummeln lauscht, sanft den Wind atmet, sich im Raum der Natur lebendig fühlt, der empfindet reine Freude am Leben. Dieser Geist ist in und mit sich selbst in Frieden. Er heilt in der Natur, sich Seiner stillen Lebendigkeit gewahr.

Freude hat kein Gegenteil. Freude ist ein Zustand im Menschen, in dem er seinen Geist erlösen kann. Und gleichgültig, wie oft ein Mensch die Freude in sich empfängt, in ihrer unbeschreiblichen Qualität – bleibt diese beständig und an keine Zeit gebunden. Denn die Zeit ist flüchtig, eilt und trödelt auch manchmal dahin. Zeit gleicht einer veränderlichen und bedingt wahrgenommenen Illusion. Sie geht vorüber, löst sich auf im Nichts, zerfällt – hinter dem Menschen in Fadenscheiniges. Auch wird sie durch den Menschen, mit wechselhaften Maßstäben gemessen und belegt, wie zum Beispiel – schnell, zäh, langsam, rasend, verflogen. Zeit ist das wahrhaft bevorzugte Spielzeug des Verstandes.

Tick, tack, tick, tack, tick, tack

Was tue ich heute,
was tue ich morgen,
was tat ich gestern?
Bin ich süchtig – nach Zeit?

Permanent versucht ein plansamer Verstand, die Wirklichkeit zu verbiegen, um effizient alle Kurven zu kriegen, doch auch, um jegliches Übel zu vermeiden. Und wer plant, der braucht Zeit, macht Zeit und sich unaufhörlich – diese aktiv glaubhaft. Zeit versickert in den Feldern der Welt, zeugt weder Leben, noch kann sie welches erschaffen.

Freude ist das Leben, ist im Geist des Menschen eingesät, als ewig blühend Samenkorn. Damit Er immer Freude habe, bis ans Ende aller Tage, und die Freude uns wie eine Sänfte sei – vom Unsichtbaren getragen – direkt hinein ins Himmelreich. Dort hinein, wo Freude und Liebe Eines sind, wo Uhren keinerlei Bedeutung haben, dennoch nichts jemals wirklich stillsteht und alles nur geliebtes Leben ist.

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Wird ein Tag der Freude geweiht, kann dieser Tag rasant bis zum Nachmittag sanft strömen. Und nimmt man die Freude in sich mit nach Hause, zum Beispiel nach der Arbeit, dann kann sie dort die Zeit dehnen, welche zuvor stets viel zu kurz erschien.

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