Im Zustand des Friedens

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In Frieden mit sich selbst und der wirklichen Welt zu sein, also jener Welt, die einen Menschen unmittelbar umgibt, ist kein heroisches Ziel, sondern eine Möglichkeit, die einem jeden alltäglich zur freien Verfügung steht. Die Macht der Entscheidung liegt im Menschen selbst. Was wählt er für sein Leben, für das Jahr, für den Tag und letztendlich für jeden einzelnen Moment, den das Leben für ihn bereithält? Wählt er Liebe oder bleibt er in der Angst hängen, die er sich irgendwann unbewusst selbst beigebracht und angemaßt hat? Angst, die sich in Gedanken und Taten als Rechthaben wollen, Konkurrenzgehabe, Leiden, Krankheit, Gier und auch Haß zeigen wird.

Wählt man die Liebe, gibt man dem Leben eine Chance, alltäglich überraschend zu wirken. Wählt man jedoch die Angst, erfährt man weiterhin das, was fern von allem Frieden schwelt.

Der Zustand des Friedens ist dem Menschen eingeboren. Jederzeit und überall kann er sich dem Frieden übergeben und mit Staunen verfolgen, was dies bewirkt. Bewirkt, im Menschen selbst und auch in dem, ihn umgebenden Feld in der Welt. Da alles, was man im Geiste sät und ausdauernd mit sich trägt, genau jene Ergebnisse bringt, die sich dem Sehenden in seinem Leben offenbaren. So kann ich bereits direkt in mir, mit jedem Menschen Frieden erfahren, indem ich den Anderen freilasse, aus meinem Denken freilasse und nicht länger mit eigenen Gedanken belege. Kein Bauer sät Disteln, wenn er Weizen ernten will.

Welche Gedanken kann ich also säen, wenn ich Frieden haben will? Tatsächlich braucht es dafür gar keine Gedanken, denn denke ich nicht, ist da bereits der Frieden in mir. Da jedoch das Denken eine Gewohnheit des Ego in mir ist, zeigt es sich wahrlich anfänglich hilfreich, wenn denn schon gedacht werden muss, dies wohlwollend zu tun. Wohlwollend bezüglich aller Menschen, mit denen ich alltäglich zu tun habe, wohlwollend auch über jene, die ich selbst gar nicht kenne und selbstverständlich ebenfalls über mich selbst.

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