Asche und Feuervogel

.

Der Geist im Menschen – kann die herkömmlichen Gesetze des freien Falls außer Kraft setzen. Denn er steigt auf, weitet sich und kann, lebendige Weisheit verinnerlicht, niemals wieder dorthin ganz zurücksinken, von wo es ihn aufwärts hob. Zu schmerzlich, zu intensiv, zu schön bis tödlich, würde die Erinnerung einen Menschen erschüttern, gar würgen, jederzeit und überall, wo das Erinnern der Erfahrung, diesen abwärts zieht aus dem Jetzt.

Nur der Geist im Menschen ist unbestechlich. Bezwingbar zeigt sich lediglich all das, was das Menschliche diesem andichtet und womit es ihn verhüllt, den wahrlich Lebendigen im menschlichen Körper, auch Feuervogel genannt. Der Geist ist das Wache im Menschen, jenes, was ihn tatsächlich bewegt, all das zu fühlen, zu denken, zu tun, was im Leben noch keiner erreicht, erdacht und erfragt hat. Doch ist das wahrlich die Bestimmung des Geistes?

Der Mensch und dessen Art zu leben, also selten zu sein, dort – wo er ist, mit all seiner Wachsamkeit, stattdessen jederzeit und überall, gerade dies ist die Asche, welche den Feuervogel, den Geist in ihm, im Dunkeln aufhält. Doch reißt das Menschliche sich im Ganzen nieder, mit einem aus dem Herzen kommenden und unwiderruflichem Ja, dann fliegt der Geist erstaunlich hoch und weit, erfährt dabei so viel Licht unter den Flügeln, dass auch der kleinste Rest des Menschlichen, sich nun um den Geist herum, unbeirrbar in Liebe zu erheben weiß.

.