Urvertrauen

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Vertrauen ist ein Fundament, das sich in und aus Liebe bildet und aus dem heraus weitere Liebe erwächst. Somit ist die Liebe selbst, das einzige Fundament des Vertrauens und nicht umgekehrt. Die Liebe braucht kein Fundament, weil sie schon überall ist.

Das Meer braucht offensichtlich eine Mulde, einen Platz, eine Form, einen Raum, in dem sich ungezählt Tropfen sammeln können, um die Weite und Tiefe des Meeres zu begründen. Und dieses vereinigte Wasser vertraut in die Beständigkeit des Urgrunds, auf dem es zu einer kraftvollen Urmacht wird. Der Urgrund ist in Liebe eingebettet. Auch dies braucht die Liebe nicht. Sie ist die Urkraft selbst. Sie braucht keine Mulde, denn sie ist auch all der grenzenlose Raum, in dem sie liebt, sich ausdrückt und gestaltet, damit in Farbe, Form und Ton erlebbar wird.

Da alles aus der form- und bedingungslosen Liebe erschaffen wurde und wird, ist also jedes Wesen, jedes Ding, das sich in dieser Welt scheinbar selbstständig haltlos bewegen und auch wachsen kann, ein schöpferischer Ausdruck der Liebe. Sonnenklar auch der Mensch und seine Mitmenschen, die alle der Liebe Kinder sind, die diese in sich trägt und weder verlassen will noch kann.

Die Liebe braucht nicht einmal Vertrauen, denn wem sollte sie misstrauen, wenn alles was ist – doch ihr eigen Schöpfwerk ausdrückt. Und in der Liebe gibt es keine erinnerbaren Ideen, wie Gefahr, Not oder Zukunftsangst. Liebe kennt keine Angst, denn wem oder was könnte sie begegnen, was nicht ihr entstammt.

So ist der Liebe Weg hell. Er wird nicht erwünscht, erdacht und begrenzt. Vielmehr erschaffen – durch die Liebe selbst und dies in jedem Moment. Die Liebe in ihrer Gänze ist ohne Maß und so sind es auch ihre Wege. Gleichgültig wohin das Liebende blickt, es ist überall hell. Es erkennt sich – in allem – was offenbar ist.

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