Bequemlichkeit

.

Häufig taucht in den Texten, welche auf die Quelle allen Lebens hinweisen wollen und auch darauf, wie man diese findet, das Wörtchen bequem auf. Zumeist wird der Mensch damit darauf hingewiesen, dass er, um sich der Quelle zu nähern, zuvor allerlei Bequemlichkeit in seinem Leben aufgeben müsse.

Nun frag ich mich, was macht Dein und mein Leben mit Gewissheit bequem? Sind es tatsächlich das Sofa, der Kühlschrank, Amazon oder die Kreditkarte? Nicht wirklich. Vielmehr ist es doch wahrlich diese innere Routine, die aus dem Glauben – etwas zu wissen – entsteht. Also jene Gewissheit in mir, mit der ich mich allem im Umfeld zuwende, weil ich denke, dieses zu kennen und meiner erinnerten Kenntnis entsprechend, dann auch antworten, beziehungsweise handeln kann und werde. In dem Ausmaß, wie der Verstand in mir glaubt, bereits zu wissen, was als Nächstes geschieht, ist der Geist in mir bequem. Denn auf das ihm Bekannte, ist der Verstand in uns stets glaubhaft vorbereitet, doch das wahre Wesen des Menschen, jenseits vom Du und ich, ist dies niemals. Weil Es empfängt und vertraut, kommt Es zurecht mit dem, was wirklich ist. Und so ist Es sich in uns, lediglich einer Sache gewiss, nämlich dass da etwas ist, was den suchenden Menschen bewegt, nährt, führt und im Leben trägt.

Dementsprechend geht es also bei dem Hinweis auf die Bequemlichkeit, wohl gar nicht darum – vom Sofa aufzustehen und dann viele unbequeme Positionen einzunehmen. Vielmehr wird im Jetzt jene Unbequemlichkeit angestrebt, es eben nicht zu wissen, was als Nächstes geschieht oder der Andere, wie gewohnt, wieder sagen wird. Und trotz dieser Unbequemlichkeit, bleibe man im Mittelpunkt des eigenen Seins – still und erwartungslos. Dies ist die tatsächliche Hereinforderung, um zweifellos zu erkennen, was wirklich Sache ist. Denn derart platte Weisheiten, wie zum Beispiel „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm.“, gibt es doch nun offensichtlich mehr als gebraucht werden. All diese bieten dem Geist nur Popkorn an, was ihm nie ein Labsal sein kann. Die wechselhafte Speise ist verwirrend, da sie lediglich aus Meinungen besteht, welche halbblind und nebenbei gebildet werden.

Wie viele Vogelarten können nur in der Nacht sehen und werden dennoch satt?

Die eigene Erfahrung lehrt, dass Gott sich dem Geist des Menschen offenbaren kann, wenn dieser in einem entspannten Zustand verweilt, doch Gott gibt auch dann Hilfe und Führung, wenn das Göttliche Kind sich in höchster Not wähnt und nach Ihm ruft. Gott ist liebevoll gütig und gerecht, denn wer eine Frage hat, bekommt auch eine Antwort. Wie das wohl ist, wie es sich anfühlt, wenn man als Mensch so gütig wie Gott sein könnte? Das frag ich mich, und nun lächelt Es ganz sanft durch mich.

.