Das EGO und iCH 2

.

Laut Kursaussage gibt es zwei Lehrer im Menschen. Bei dem Einen handelt es sich um den Heiligen Geist, während der Andere das sogenannte EGO ist. Auch, wenn man den Eindruck erhaschen könnte, dass es sich bei dem EGO um einen im Menschen eigenständig wirkenden Teil handelt, ist dem nicht so. Das EGO präsentiert sich zum Beispiel in jenen Ansichten und Überzeugungen des Menschen, bezüglich seines eigenen Wesens, an die er nicht wirklich glaubt und deshalb auch immer wieder deren Bestätigung vom Außen braucht. Es ist also der Zweifel in und an uns selbst. Wo suche ich Beifall und wieso, was mache ich mir mit Beharrlichkeit vor?, sind dementsprechend Fragen, die etwas im Menschen entlarven, was ihm keinesfalls wohlgesonnen ist.

Darüber hinaus arbeitet das EGO beharrlich mit der Angst zusammen, um dem reinen Geist im Menschen vorzugaukeln, dieser könne irgendwem nicht genügen, da es zu genüge Bessere gibt. Auch die Angst vor Verlust ist ein Trumpfaas im Blatt des EGO. Damit macht es sich den Geist gefügig, lässt diesen sich verbiegen bis er scheinbar bricht. Doch sei versichert, niemand kann das Licht wirklich zerbrechen, sodass es klirrend in Teile auseinander fällt, dies ist nur eine Illusion.

Ist das EGO mit meinem Willen unterwegs, stehen die zwei LL darin für Lust und Laune. Gott jedoch gab den Kind den freien Willen, dass es darin sich selbst als ein Licht und in Seiner Liebe erkenne. Ein weiteres Merkmal des EGO ist, dass es ständig Dinge und Situationen erfindet, die kein Mensch braucht oder will, um im Jetzt glücklich und sicher zu sein. Was dich erfreut, bereitet dem EGO Schmerz, denn in der Freude wünschst du nichts und bist frei von Angst. Dementsprechend sieht das EGO in der Freude einen Feind, der seine Scheinexistenz bedroht und es überflüssig macht. Dir und dem Anderen die Freude verderben, ist ein willkürlicher Akt des EGO. Als Lehrer erweist sich das EGO also nur hilfreich, wenn man sich nach Problemen sehnt oder diese gern verlagern will.

Der Heilige Geist wiederum ist ein Führer zur Erkenntnis. Kein Problem wird hier verlagert, sondern stets für immer gelöst, da die Einsicht sogar desöfteren aufzeigt, dass das Problem nur der eigenen Einbildung entspringt.

Je ehrlicher man mit und in sich selbst ist, umso weniger Konflikte wird man in sich ausfechten müssen. Somit kann man also an der Konfliktdichte und den überwiegenden Gefühlen in sich erkennen, welches der bevorzugte Lehrer ist. Und wenn man irgendwann im Anderen kein EGO mehr sieht, gedanklich niemanden und auch nicht sich selbst – Makel und Mängel andichtet, nicht nach Fehlern sucht, dann ist das EGO wahrscheinlich abhanden gekommen und unser Leben freudvoll, friedlich, stillend, wunderbar und schön.

Zwar behauptet irgendwer beständig, dass der Mensch tatsächlich Probleme für sein Wachstum benötigt, doch sieht man in die Welt und all deren Geschichten, lässt sich wiederum leicht erkennen, dass es die Probleme des Menschen schon seit ewigen Zeiten gibt und gab. Und niemandem haben sie letztendlich geholfen, sondern nur beständig vom Wesentlichen abgelenkt. Also vom wahren Leben, in dessen ganzer Reinheit und Güte, solange der Verstand im Menschen kein Problem hineindenkt. Auch ist mir kein Fall bekannt, in dem ein Mensch gestorben wäre, da es in seinem Leben einen Mangel an Problemen gab.

Wenn du nun ebenfalls der Ansicht bist, dass man wahrlich auf Probleme verzichten kann und dir das Glücklich sein doch angenehmer ist – als jedes Wachstum in Angst, Leid und Schmerz, dann lass jetzt hier alles fallen, was du keinesfalls noch brauchst. Der Heilige Geist in dir, wird diese Entscheidung begrüßen und sich das Verzichtbare greifen, um etwas wirklich Schönes für alle Menschen daraus zu gestalten.

Und so werden auch wir demnächst erkennen können, dass ein Leben ohne Probleme – gar nicht langweilig ist und schrumpfen tut man auch nicht.

.