Alles ist

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Wenn es heißt,
wie oben so unten,
gilt ebenfalls,
wie unten so oben.

Wenn es heißt,
wie innen so außen,
gilt ebenfalls,
wie außen so innen.

Was macht den Unterschied, wenn alles Eins ist? Und wo ist der Punkt, von dem aus ich unterscheide, was oben, was unten, was außen und was innen ist? Was hält die Erde sicher im All, in einem balken- und grenzenlosen Raum, dabei ganz ohne festes Fundament und offenbar in schwebender Position?

Die Erkenntnis zeigt, stets scheint dieser Punkt doch im Innersten zu liegen. Was wohl wahrlich jener Ort ist, welcher das Zentrum von allem bildet. Bedingungslos Halt gibt – für alles, was ich um den Punkt herum wahrnehmen kann, als Wirklichkeit ansehe und dazu punktuell – fühlen will. Doch in des Menschen Träumen und ebenfalls in den schwersten Momenten, kann dieser Punkt auch fern von der Welt und allem Treiben darin sein. Dann sieht man die Dinge von ganz oben, mit Abstand und in Stille, was schon erstaunlich ist und bleibt, wenn man bedenkt, wie weit und umfangreich man war, bevor die sogenannte Realität den freien Geist wieder eingefangen hat und zurück, in den winzigen Körper sog.

Davor, im endlos weiten Raum, öffneten sich plötzlich unsichtbare Augen, waren gänzlich offen. Doch was man dabei auf der Erde zurückließ, wenn auch nur für einen Moment, konnte nicht glauben, was es da sah, was dem Geist widerfuhr im Traum. So schlief das zeitlos Wache wieder ein.

Dies passiert wieder und wieder, bis Es sich endgültig weckt und seine Bestimmung erkennt, wach zu bleiben und in Liebe mit dem – was ist – zu sein. Mittels Stille, Frieden und Freude, mittels Lachen und Lächeln, Schweigen und Zuhören. Mittels einer kleinen Bereitschaft zur Versöhnung, mit allem und jedem, was sich den Anschein gibt, den Frieden in uns zu stören, nur den Anschein gibt, weil du und ich gewählt haben, es in diesem Schein zu sehen. All das, was erblickt wird, bestimmt der eigene Wille und wie tief man in die Finsternis läuft – ebenfalls. Was leicht erahnen lässt, dass dies nicht wirklich der eigene Wille sein kann, und man sich letztendlich zum Steigbügelhalter macht, wenn man dem fremden Willen in sich folgt.

Gott sei Dank, ist das ganze Leben in uns. Und unerschütterlich wird gewiss, wir kamen aus dem Licht und gingen in die Dunkelheit. Genau beschaut, dachten wir uns in diese hinein. Dennoch wissen wir vom Licht, denn wüßte man nichts vom Licht, wer würde dann danach rufen und suchen?

So wird es stetig heller in und um uns, bis das Licht am Ende des Weges dich und mich wieder vollständig ergreift. Wobei dann nirgendwo mehr ein Ende sichtbar ist, nur Licht, Licht und nochmals Licht, in dem nichts verborgen und getrennt vom Ganzen bleiben wird und kann.

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