Kursgerecht 19

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Im Kurs steht geschrieben, dass jeder Mensch ein Lehrer ist, der sich stets selbst im Außen und Innen lehrt. Er lehrt, was und wer er zu sein glaubt, durch Gedanken, Worte und Taten. Ich kann mich der Sicht des Anderen von sich selbst anschließen, doch willentlich auch anderes sehen. Ich, der Mensch, sehe nur, was ich sehen will.
Im Kurs steht weiter geschrieben, dass der Mensch als Lehrer seiner Ansicht vom Leben, stets jenes selbst gerade lernt, was er durch sein Reden, Handeln und Dasein dem Anderen, unbewusst oder auch bewusst vormachen will. Und hat der Mensch alles gelernt, um zu sein, was er will, indem er es mit dem Anderen teilt, bzw. sein Gegenüber informiert, dann wird er zu dem Gelernten und braucht nichts mehr willentlich lehren oder lernen. Er drückt, beziehungsweise strahlt es aus, was er selbst für sich hält.
Wobei man hier bemerken kann, dass der Glückliche nicht automatisch erfolgreich sein muss, denn Glück braucht keinen Erfolg, um zu sein, was es ist, Glück. Gleiches gilt natürlich für den Erfolgreichen, der eventuell nie Glück ausstrahlt, weil er den Erfolg darüber gemauert hat. Der Eine lernte im Geist, der Andere von und in der Welt, dem entspricht die geistige Entwicklung, beziehungsweise der materielle Fortschritt.

War es allerdings die Liebe, in die man sich selbstbewusst heimisch einbrachte, dann ist er wieder heil, der Geist im Menschen, so heil wie er schon immer war und ewig sein wird. Gott schuf ihn frei und vollkommen, sodass er in jedem Jetzt untrüglich weiß, was seine Funktion in dieser Welt ist und diese auch erfüllen kann und wird.
Und alles, was der Mensch davor einst mit Mühe lernte, erwies sich letztendlich als Vorratswirtschaft im Kopf, deren Nutzen wahrlich zweifelhaft ist, da sie der Vergänglichkeit unterliegt.
Liebe braucht der Mensch nicht lernen. Er ist es und kann von Beginn an liebend sein. Über die Macht und Kraft der selbstlosen Liebe, wurde hier bereits viel und ausführlich geschrieben. Und all das ist wahr. Es lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Liebe ist ein ganz natürlicher Zustand, in dem sich alles wandeln und heilen kann, von dem ein Mensch glaubt, dass dies nötig sei – zu seinem Glück.

Hat der Mensch den Geist in sich erkannt und entdeckt, dass dieser aus reiner Liebe ist, wenn man ihn von menschlichen Bedenken befreit, dann kann er diese Liebe einfach sein, und alles ist gut, so wie es ist.
Man könnte auch sagen, dass die Liebe an und für sich wahrhaft die größte Lehrerin ist und dabei so gütig und einfühlsam, dass der Schüler gar nicht merkt, wie die Liebe ihn mühelos das Glücklichsein lehrt.

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Hier folgen noch einige überprüfbare Beispiele für die Sätze am Beginn des Textes:

Wer klagt, lernt und lehrt Klagen, Kummer, Leid und Schmerz.
Wer ängstlich ist, lernt und lehrt Angst und Misstrauen.
Wer sich beschwert, lernt und lehrt Widerspruch und die daraus oft folgende Last.
Wer freundlich ist, lernt und lehrt Freundlichkeit.
Wer vertraut, lernt und lehrt Vertrauen.
Wer sich am Schönen erfreut, lernt und lehrt den Blick fürs Schöne und ebenfalls, dass jeder Mensch die Wahl hat, worauf er blicken will.

Wer selbstlos liebt, wird zum Beispiel für die Leichtigkeit des Seins, welche aus dem Frieden mit allem, was ist, erblüht.

Die wundersame Anregung des Kurses besteht darin: Sieh über alle scheinbare Schuld hinweg, damit vergibt man sich selber und bittet um Vergebung für jeden Menschen in der Welt, der so, wie du und ich, öfter erst nach dem Tun wusste (erkannte), was er vor kurzem oder auch vor langer Zeit in der Vergangenheit, sich selbst oder einem Anderen angetan hat.
Wenn Jesus seinen Henkern vergeben konnte und für diese, sogar den Schöpfer allen Lebens um Vergebung bat, dann können du und ich das ebenfalls. Zumal man ja heutzutage allemal, an dem für sich selbst errichteten Kreuze hängt. Ein Kreuz aus Gedanken, die man mit Wolllust immer wieder denkt, insbesondere dann, wenn Schmerz mit Liebe verwechselt wird. Und ich sage dir, jeden einzelnen Nagel erfanden wir selbst. Und ganz ohne Not, wurde der schmerzende Nagel dann zum alltäglich Brot, man hat sich eben daran gewöhnt.

Jetzt und hier ist nun die Gelegenheit: Lass all das rostige Zeugs in dir fallen, bevor der Gedankenhammer in deinem Kopf erneut draufhaut. Denn, das muss nun wirklich nicht noch einmal sein.

Entschuldigungszettel

Das Aua, was dir eben eventuell entfleuchte, ist nur symbolisch vom Geist gegeben. Symbolisch für all den Schmerz, von dem du und ich mit Einsicht und unserer winzigen bis grenzenlosen Bereitschaft, innerlich zu wachsen, bis auf Weiteres befreit sind.

Danke für das Lesen und Annehmen.

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