Gott ist

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Wenn Gott alles ist, erübrigt sich die Frage, was Er nun wirklich ist. Ein Leben würde wahrlich nicht genügen, um alles aufzuzählen, was Alles ist, da Gott es allen gab, also den ungezählt Lebendigen in Seinem Reich. In Liebe gegeben hat, was all Seinen Kindern dazu nützlich und hilfreich sein kann, Ihn wiederzufinden und mit reinem Geist, bei Ihm in Seinem Herzen zu verweilen, geschützt in einer trostlosen Welt. Einer Welt, die allerdings nur solange trostlos erscheint, wie der menschliche Verstand darin regiert und sich eingerichtet hat, um dann bevorzugt all jenes beharrlich wahrzunehmen, was er nicht weiter in seinem Leben haben will, was er ablehnt. Die Sicht des Verstandes kann sehr abwechslungsreich wirken, doch dessen Vorgehensweise ist beständig gleich. Er will etwas erreichen, was Jetzt nicht ist.

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Gott behält nichts für sich allein, gibt sich allem und jedem in Fülle und ohne Widerstand. Als Kind sehnte ich mich oft nach einem starken Bruder oder Vater, noch nicht ahnend, dass alles – wie es war, sich beständig zu meinem Besten entfalten würde. Als nun in der Zeit gereifter Geistesmensch, fand ich schließlich in Gott beides und dies in Vollkommenheit. Und ich dankte Gott für meine irdischen Eltern, denn ich sah ein, dass sie einfach die Besten waren, um mir auf Erden, zwar ein unbeständig Heim zu geben, doch auch soviel Fürsorge und Liebe, wie ich unwissend tatsächlich brauchte.

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Wahrlich hat Gott keine Gestalt, weil Er diese einfach nicht braucht, um als lebendiger Gott wirksam zu sein. Gott hat auch kein Geschlecht, weil ja auch dies Grenzen setzt, die nicht gottgewollt sind. Weiblich und Mutter, bin ich ja schon selbst auf Erden, aus diesem Grund ist Gott für mich der allumfassende Vater des Lebens, und somit auch der Meinige. Nie vergesse ich den Tag, als Er sich mir das Erste Mal im Innersten offenbarte. Aufgrund unveränderbarer Umstände in Panik geraten, hatte ich Ihn erstmals ernsthaft angerufen, mir zur Hilfe zu kommen. Ich bat Gott, den Vater allen Lebens, mich aus einer Hilflosigkeit zu retten, und Er kam, stillte mich in Seinen unsichtbaren Armen und half, über alles mir Vorstellbare hinaus, auch den weiteren Verlauf des Tages so angenehm, wie nur möglich zu gestalten.

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Dass der Vater und Sein Kind/Sohn/Tochter Eins sind und Jesu Christi unser aller Bruder ist, erschien mir jahrelang, weder leicht noch selbstverständlich.  Doch dass Gott, tatsächlich eine Kraft ist, die nach meinem Erfahren ebenfalls sehr mütterlich wirken kann, gelang mir im Verständnis leicht. Nur Rechenschaft oder Erklärungen fordert Er nie von mir. Deshalb hab ich mich entschieden, in Ihm meinen wirklichen Schöpfer anzunehmen. Einen unsichtbaren Vater, dem ich mich in keiner Weise anzudienen brauche. Und Ihn – in meinem Innersten wahrzunehmen, zu hören und allumfassend zu vertrauen, das gelingt mir leicht, weil es eben so leicht ist. Wobei dies ja jedes Kind Gottes letztendlich halten kann – wie es will und als wirklich hilfreich für sich annimmt.

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Gott ist in uns allen, um uns herum, über und unter uns, na und zwischendrin sowieso. Das mit Freude wahrzunehmen, genügt bereits, um das Göttliche einzuladen, sich mehr und mehr im tatsächlichen Leben zu offenbaren. Und Dir und mir dabei sanft eine Welt zu enthüllen, die Es liebevoll für all Seine Kinder erschaffen hat. Die Welt ist wunderschön, wenn man dort mit Geist und Herz verweilt, wo man wahrlich auch ist. Dann kann die Umgebung noch so trübe erscheinen, uns wird von Innen ein Licht gereicht, welches alle Wahrnehmung sanft und einsichtsvoll verändert.

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Hier fällt mir jetzt noch eine Textstelle aus Ein Kurs in Wundern ein. Im Moment weiß ich nicht mehr, auf welcher Seite im Textbuch das Nachfolgende zu lesen stand, doch dass es jederzeit und überall Gültigkeit hat, das finde ich schon mehr als wunderbar im Jetzt.

Gottes Kinder brauchen nichts, weil sie bereits alles haben.

Bewegende Gedanken findet man viele in dem Buch. Bewegend in dem Sinne, wie wenn der Weg nach Hause sich dem Ende nähert und Gott bereits an des Himmels weit geöffneter Pforte wartet, Dich und mich heranwinkt und dies mit einem Lächeln aus Licht, das die Welt noch nie so gesehen hat, wohl wahrlich weder sehen kann noch will. Also jene Welt, aus der wir – weder kamen noch von dieser abstammen, doch mit daran gefeilt haben, bis die Verstandesteufel in uns Funken schlugen. Gott sei Dank, ist das Theater vorbei. In uns, wo sonst?

Gott ist in jedem Moment ausnahmslos, das unbegrenzte Beet unseres Lebens, welches  über alle Maßen hinaus trägfähig ist und bleibt, in Dir und mir, in unserem Leben. Gott ist der Schöpfer und Geber von allumfassender Liebe und unvorstellbarer Güte, während Er sanft und geduldig wartet, auf das Erwachen Seiner vollkommenen Schöpfung.

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Jedes Kind kann sich wahrscheinlich daran erinnern, dass es in seinem Leben Erfahrungen gab und gibt, die man zwar tatsächlich erleben, doch nicht beweisen kann. Braucht man auch nicht, denn dies sind die Geschenke Gottes an Dich und mich. Jene liebevollen Erinnerungen daran, dass da Einer, dass da Eine, dass da Eines ist, welches über Dich und mich wacht und uns ewig liebt. Nichts, dem wir Dankbarkeit schulden, man ist es einfach. Dankbar. Denn wahrlich, wo wären Du und ich jetzt, hätte Er-Sie-Es uns nicht auch heutigen Tages wieder erweckt und mit neuer Lebenskraft erfüllt?

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