Die Welt der Ideen – 7

.

Die Energiewirbel

Alles, was man braucht, um eine Idee umzusetzen, wird mit dem Aufleuchten der Idee im reinen Bewusstsein, sofort auf den Weg – zum Empfänger, beziehungsweise in das Energiefeld des Schöpfenden gebracht. Auch wird die Energie, beziehungsweise Kraft, welche der menschliche Körper benötigt, um die Idee ausdrücken zu können, in diesen eingeströmt.

Ein kleiner Wirbel erscheint, unsicht- und dennoch fühlbar, in der Mitte des Menschen, und dieser wirbelt nun ohne Unterlaß, alles zu sich hin, was der Idee zum tatsächlichen oder geistigen Ausdruck verhilft. Also zum Beispiel weitere Lösungs-, Gestaltungs-, Einsatzideen, Puzzleteile, die der Begeisterung dienen, Gedankenblitze, die unerwartet einleuchten, doch keinerlei Aktion erfordern und auch, die eine oder andere Form von zwischenmenschlicher Zuwendung. Und für jeden einzelnen Schritt bekommt der Mensch, die dafür benötigte Energie fürsorglich eingespeist.

Das gesamte Energiepaket wandelt sich dann mit jedem weiteren Schritt, in den Ausdruck der Idee um. Ist die Idee sozusagen ordentlich verstoffwechselt, wird auch der Wirbel im Innersten überflüssig und wandelt sich als Energie – in sanfte Freude bis tiefe Zufriedenheit um. Tut man die Schritte nicht, lässt die Idee jedoch auch nicht los, schiebt diese vielmehr vor sich her, wird man sie solange in sich tragen müssen, bis man getan hat, was getan werden wollte. Die Tür ist offen, man kann sooft daran vorbeilaufen wie man mag, schließen muss man diese letztendlich stets selbst.

Wiederum, erkennt ein Mensch relativ schnell, dass die Idee im Moment – so gar nicht in den selbsterdachten Zeitrahmen paßt und eventuell auch in keinen zukünftigen, kann man die Idee in den Gedankenkorb schieben. In diesem werden nicht genutzte und nur angedachte Ideen gesammelt und dann vom Leben, liebevoll zu jenem Geist eines Menschen geströmt, der vollends bereit für deren Ausdruck, beziehungsweise Auslebung ist. Deshalb sieht man manchmal auch irgendwo in der Welt Ideen, die man schon selbst einmal kurz für sich wahrgenommen und bedacht hatte, doch dann wieder verwarf. Da im Ganzen nichts verloren gehen kann, was einmal als Idee im All erschien, wird es in einfachster Art dann stets zu jenem oder jenen gebracht, die die dazugehörige Energie auch wirklich ideegemäß verstoffwechseln können und wollen.

Menschen, die permanent voller Ideen sind, wozu auch Fantasien zählen, erscheinen dem Beobachter oft leicht nervös, unruhig, getrieben bis übertrieben heiter aktiv. Oft sind sie unbewusst noch immer an die kurzen Pausenzeiten aus ihrer Schulzeit gefesselt, können also seltenst mehr als 5 bis 10 Minuten – den wichtigen Pflicht fernbleiben. Der Gedanke ‚Pflicht‘ wirkt wie eine Glocke in diesen. Aufgrund der unaufhörlich in ihren Körpern arbeiteten Energiewirbel, können sie sich selbst selten mehr als zur Hälfte ausschöpfen, dementsprechend auch kaum im Kopf abschalten und drehen, wie es so schön heißt, ständig am Zeiger. Gott sei Dank, es gibt kein unheilbar.

Sich seiner eigenen Durchgedrehtheit bewusst zu sein, führt direkt in eine leichte bis ungewohnt intensive Entspannung hinein. Und nach und nach, mit weiterer Bewusstwerdung, kann man ein Gleichgewicht herbeiführen. Also zwischen Anspannung und Entspannung, in etwa so, wie es dem ungeschulten Atmen ganz natürlich inneliegt. Das musste kein Mensch lernen, es wurde und wird jedem gegeben, mit allem Zubehör. Dies im Ruhezustand zu beobachten, mitzufühlen, kann ebenfalls außerordentlich hilfreich sein, in die einstmals natürlich Balance zwischen Ruhen und Tun, oder auch Planung und Wirklichkeit – schrittweise wieder zurückzufinden.

Was lässt sich einsichtsvoll als Ideen anerkennen, die Energiewirbel im Innersten erzeugen?

Wahrlich alles, was man denkt und fühlt. In kompakter Form jedes Gedankenmuster, welches zum Beispiel einen sogenannten ‚guten Vorsatz‘ beinhaltet. Jedes ‚ich will irgendwann‘, gehört unüberhörbar auch dazu. Doch auch Tätigkeiten, Arbeiten, Vorgänge bei denen man gestört und kurzfristig abberufen wird, gehören dazu. Manchmal traf ich nach Stunden wieder dort ein, von wo mich etwas wegrief. Und dann lag bei meiner Rückkehr jedesmal eine Sache vor mir, die ich nicht beendet hatte. Ja sogar vergaß, während ich anderswo zu Diensten war. Da die Energie dann für Anderes verbraucht wurde, schiebt man das Angefangene manchmal auf die lange Bank. Doch irgendwann packt es einen dann wieder und schon geht die Sache flott von der Hand.

Manche Ideen, die man freudvoll empfängt, doch dann erst einmal beiseite legt, aus welchen Gründen auch immer, können Energiestaus der unangenehmen Art bewirken. Die Energiewirbel pochen dann in uns, um erhört zu werden. Insbesondere, wenn man beim Empfangen der Idee deutlich fühlt, dass diese ohne zu zögern, mit Ausdruck zu segnen, einem selbst sehr gut tun würde. Dann stammt dieses Unbehagen von einem sogenannten „schlechtem Gewissen“, uns selbst gegenüber. Liebe kann sich nicht aufschieben oder zurückrufen, nur hingeben.

Das Leben wird wahrhaft eine außerordentlich freudvolle Angelegenheit, wenn wir jenes, was uns unmittelbar wohl tut, auch tun. Danach ist man ein ganz anderer Mensch. Freundlich und oft auch friedlich gestimmt, was natürlich Kreise im Energiefeld des Ganzen zieht, in denen jeder an dieser Freundlich- und Friedlichkeit, in der für ihn passendsten Weise teilhaben kann.
Kann, nicht muss, doch das stört ja nicht. Man weiß ja nicht viel, doch eines bestimmt, aufdringlich ist Liebe wahrlich nicht. Akzeptiert vielmehr – was ist und liebt still und freudvoll weiter, einfach so, da sie sich in keiner Form, selbst grollen kann.

.