Niedliche Fragen

Wenn das Leben dich liebt und du merkst es nicht,
passiert dies lediglich, weil du selten Zuhause bist.

Wenn das flinke Ich, die Welten bereist
und der Verstand
auf einem Bein
hinterherstolpert,
dann trägt niemand Schuld daran,
dass du selbst es dir,
nicht recht machen kannst.

Recht ist ein erweitertes Echt.
Wird zur Wahrheit erhoben,
obwohl es gar keine ist.

Der Mensch hat kein Recht, vielmehr hat er das Leben
und all den Geist darin.
Dieses wundervolle Leben, in dem und mit dem
ein Mensch wahrlich alles erkunden,
erfühlen, ersinnen kann,
was beliebt * beliebig ist.

Wenn ein Mensch dabei Trauer empfindet,
dann ist es wahrscheinlich jenes,
was ihm beliebt, in jenem Moment.

Gibt es kein Recht, so auch keine Schuld,
vielmehr eine Unmenge an Vorlieben,
aus denen jeder eigenköpfig wählt,
was er empfangen will.

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In seinem Zuhause, kann der Mensch alles vorfühlen. Dort wandelt er, in einer Art Kaufhaus für Erfahrungen und Gefühle. Dort braucht es kein Geld, nur Zustimmung, Begeisterung und Aufmerksamkeit, um in den Genuss einer jeglichen Ware zu kommen.

Umkreist der Mensch die Stände, welche sind gefüllt mit Schmerz, Grauen und Leid, ist es stets jenes, was er selbst sich anbietet, und zwar in all der Fülle denkbarer und undenkbarer Möglichkeit.

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Wenn Dichter bedichten, was ihr Herz und Geist bewegt, wird das Volk, welches fühlend und bedenkenlos der Dichtung folgt, diese mittels ungeteilter Aufmerksamkeit und kraftvollem Empfinden – bis zur Wahrhaftigkeit verdichten. So kann der Lauf aller Dinge beginnen und gar der schwerste Stein ins Rollen kommen.

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Jeder Mensch kann sich selbst die Frage stellen:

Wer bin ich, wenn ich niemandem mehr widerspreche, wenn ich mich stets auf mich selbst besinne, alles Vergleichen, das Urteilen und Vorsorgen hinter mir lasse, wer bin ich dann?

Oder frage in verdichteter Form …

Wäre ich ganz allein auf Erden, wie würde ich dann sein?