Fühlbare Gedankensprünge

Wenn man seiner Zeit voraus ist und diese jedoch ihrem Ende zustrebt, dann kommt man irgendwann zu einer scheinbar unüberwindlichen Grenze, nämlich dem Ende der Zeit. Dort kann man nichts mehr tun, keinen Schritt weiter gehen, nur still beobachten, tiefer und höher blicken sowie mehr fühlen als jemals möglich schien. Hier heißt es uns sein und warten, auf all jene, die ebenfalls bereit und Willens sind, diese Grenze für immer zu überwinden, um frei zu sein im Geist * von allen Gedanken und Wünschen, die ausgedient haben im Jetzt.

Ich war schon einmal bei einer ungeahnten Grenzöffnung dabei. Natürlich nicht von derartigem Ausmass, wie es gegenwärtig passiert. Doch die Konsequenzen waren auch damals schon keinesfalls erahnbar, weil es ja was ganz Neues war, was dort geschah. Alles Geschehen dieser Art ist der Widerschein dessen, was ohne Widerstand ersehnt wurde, von den Vielen, die andere Welten träumen, wie einst Spartacus. Also all jenen Wesen, die etwas leben wollten, von dem die Masse nicht wusste, dass es belebbar sein kann.

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Muss man eigentlich die Dinge benennen, damit sie geschehen? Der Entdecker der Schwerkraft, war jener geniale Mensch, dem erst in seinen mittleren Jahren bewusst wurde, dass Äpfel vom Baum stets nach unten und nie nach oben fallen. Er hat dann sehr ausführlich erklärt und dargelegt, warum dies so ist, aus seiner Sicht, die ab da für alle mehr und mehr bindend war. Dieser mitteilsame Mensch, gilt noch heutzutage als der Begründer der modernen Physik. Alle anderen Menschen dachten damals wahrscheinlich, es wäre nur ein Zufall, dass sie oft Äpfel unter den Bäumen fanden. Oder auch, dass Gott es gut mit ihnen meine, wenn er nicht alle Äpfel in den Himmel fliegen ließ. Als Kind konnte mich derartiges Wissen sehr tief beeindrucken und verunsichern. Nun ist es bedeutungslos, denn gleichgültig, wie Mensch es auch benennt, ändert dies nichts an dessen Sein und Wirkung im ewigen Jetzt. Es war da, bevor der Mensch es einsah.

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Wenn man in die eigene Stille taucht, den Mund sanft schließt und tief einatmet, streckt sich der Körper automatisch und die Sinne werden klarer. Man kann überraschend mehr fühlen, so den geschlossenen Mund, die schwellenden Lippen, ein sich Weiten der Ohren und das klare Strömen im Kopf. Was fühlbar wird im Innersten, kann Frieden sein, doch auch Freude oder Weinen, welches löst, was im Jetzt verzichtbar ist und dies ganz sanft, wenn kein Widerstand gesät wird. So kann dann mancher Damm sowie Bann brechen und zerfallen, damit das Meer der Fülle und Liebe, auch durch diesen Menschen erneuert und ungehindert die Welt erfrischt. In welcher Form, liegt dann in der Hand des Fühlenden. Doch gleichgültig wie, für jenen wird es stets ungeahnt belebend sein, im Innersten natürlich, wo sonst?