Auferstanden

 

Wir saßen auf Stühlen, welche auf der Terrasse im Garten standen. Um uns herum tummelten sich Spatzen, Tauben, Meisen, Stare und Amseln. Auch zwei Elstern schlichen sich an. Ich hob nur die Hand und die  schwarz-weißen Vögel flogen elegant in die Höhe, um sich sogleich, auf einem Baum in des Nachbars Garten niederzulassen. Der weite Raum war ganz erfüllt mit Sonne, dem Spiel des Lichts, sanftem Wind und einem harmonischen Singsang und Jubilieren der Vögel.

Amsel, Drossel, Fink und Star … Kinderlieder stiegen mir in den Sinn. Da fragte ich die 87-jährige neben mir sogleich, welche Lieder sie noch aus der Kindheit kenne? Überwiegend waren es dieselben, welche auch ich als Kind gelernt und gesungen hatte. Zwar war da dieser beachtliche Altersunterschied von 33 Jahren und unterschiedlich erfahrenen Leben, welche für die Eine vor und die Andere hinter der Mauer begannen, doch das Hänschen klein war uns beiden geläufig. Vieles darüber hinaus ebenso. Auch im Westen lauerte die kleine Wanze auf der Mauer und Backe, backe Kuchen wurde hüben wie drüben den Kindern nahe gebracht.

Ein Lied kannte die Ältere jedoch nicht. Unsere Heimat hieß dieses, und ich erinnerte mich, mit welcher Freude und Hingabe es die Kinder bereits in der 1. Klasse sangen. Die Melodie war einfach und der Text so wahr. Doch hör selbst:

 

 

Am Abend des Tages, die 87-jährige hatte sich zum Fernsehen zurückgezogen, da erinnerte ich mich an ein weiteres Lied. Eines, welches ich ebenfalls in der Schule lernte, und noch heute als unglaublich gelungen empfinde. Denn es ist einfach wunderbar, man kann die Liebe, die hier wahrlich im Schreibenden wirkte, fühlen, auch fließen die Worte direkt in das Herz des Hörenden.

Hier folgt es, und ich versichere dir, es handelt sich nicht um einen nostalgischen Anfall von mir. Vielmehr sind es die Worte, welche mich auch heute noch tief berühren, und wohl ewig mit dem Mutterland Eins sein lassen. Mögen alle Geschwister, die noch schlafen – ganz sanft erwachen und all das Einzigartige im wahrhaften Dasein, niemals wieder aus dem Blick verlieren.

 

 

Auch das habe ich als Kind gesungen und es klingt noch heute in mir. Dieses Werk trug maßgeblich mit dazu bei, dass sich das Menschliche in mir ausbilden konnte, ganz ungestört von all dem Vorübergehenden, was mein Leben passierte, mir den Sinn so manches Mal trübte und keinesfalls erstrebenswert war.

Und ich erinnere mich, schön wie nie, schien die Sonne über Deutschland, zum Beispiel während der WM 2006. Es war eindeutig die Freude, welche damals wohl alle Menschen miteinander verband, nicht nur die Deutschen. Für alle schien die Sonne im Land, weil da keine Wolken in den Köpfen wogten.

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In sich Mensch sein, kann man selbstverständlich überall. Meist genügt es bereits, im Verstand still zu werden und dann zu fühlen, was übrig bleibt.