Schöpfung im Wandel

Macht das Altern noch Sinn?

In der allgemein bekannten Welt ist das Leben eine seltsame Erscheinung. Der Blick in die Natur lässt stetig neu erkennen, dass alles Leben einem Höhepunkt zustrebt, um dann die Form zu wandeln oder zu vergehen. Jener Mensch, der das Altern des Körpers bewusst erlebt und dennoch im Geiste jugendlich fühlt, stellt sich irgendwann die Frage, wozu das Leben nützlich ist. Also, worin dessen tieferer Sinn wahrhaft begründet liegt. Denn ganz ohne Brille und direkt betrachtet, kann man sich als Mensch bereits aufgrund des vorgerückten Alters, wie ein Aussätziger fühlen. Ausgesetzt in einer Welt, die offensichtlich den kraftvollen und belastbaren Menschen gehört und in der sogar Kinder die eigenen Eltern, mit deren steigendem Alter als rückständig oder gar naiv wahrnehmen. Auch, wenn jenseits der 50, 60 und 70 Lebensjahre dem Menschen noch ungezählte Möglichkeiten des sinnlichen Genusses zur Verfügung stehen, beschleicht insbesondere den Feinfühligen stetig mehr eine Unsicherheit, ob er in der gegebenen Welt noch mithalten kann.

Mithalten ist ein wunderbares Wort. Es leuchtet auf den Punkt genau aus, was der Mensch wirklich tut. Er hält mit hoch und fest an einer Lebensart, welche den Menschen weder glücklich macht, noch sich in anderer Hinsicht dauerhaft bewähren kann. Hilflos kommt er in die Welt und verlässt diese letztendlich ebenfalls beinahe bis genauso hilflos, wie er in diese kam. Dennoch spendet der Einzelne den Standards der Menschheit oft bedenkenlos sein ganzes Leben. Die Gründe dafür sind ebenfalls bekannt.

Leichtgläubigkeit, Unwissenheit, Angst – basierend auf der ursächlichen Fehlinformation, dass der Einzelne im Leben nichts bewirken kann. Dennoch ist offensichtlich und dies sogar in allen Jahrhunderten der menschlichen Geschichte, dass in Wahrheit stets die Einzelnen der Ursprung jeglicher Veränderung des Ganzen waren. Nur an diese erinnert man sich und selten an die Masse, welche den Einzelnen umgab. Veränderungen, die sowohl erfreuliche als auch abscheuliche Folgen für die Menschen mit sich brachten. Einzelne, die Ideen hatten und diese lebendig machten. Einzelne, die sich trauten, selbst zu denken und daran zweifelten, dass jenes, was sie in der Welt vorfanden, bereits als der Weisheit letzter Schluss galt.

In allen Geschichten der Menschheit gab und gibt es immer wieder Menschen, die sich dem sogenannten Schicksal mutig zuwandten und nicht entgegenstellten. Eigene Wege beschritten, in sich selbst dachten und nicht denken ließen. Diese gingen selbst dann weiter, wenn keiner ihnen Glauben schenkte, denn was ein Mensch an Stärke und Gewissheit für seine unglaubliche Einsicht wirklich benötigt, findet er stets in seinem Inneren. Kein Mensch wird gezwungen, was er kann, auch zu tun. In mancher Hinsicht ist dies wahrscheinlich sogar ein Segen. Andererseits, wenn man davon ausgeht, dass in jedem Menschen ein Geheimnis, eine Botschaft, eine Fähigkeit verborgen liegt, die für viele Seelen oder gar die Gesamtheit bereichernd wirken kann, ist es wahrhaft traurig, was da an Reichtum seit Jahrtausenden begraben wird. Und dies nur, weil der Mensch es sich scheinbar nicht anders vorstellen will. Da er eigenhändig, stur und mit Beharrlichkeit – an all jenem festhält, was letztendlich sein Welken und Vergehen stetig neu besiegelt.

Das ist nun beendet. Deshalb zeigen sich im hier Lesbaren – der Mensch, dessen Fähigkeiten, Gaben und stets eigen kreierten Stimmungen als zentrales Thema. Dies ist und bleibt der einzige Verbraucherschutzhinweis, den es zu beachten gilt.