Wirklichkeit

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Einst war ich jung und wollte die Welt retten. Jahrzehnte vergingen bis ich erkannte, dass die Welt nicht gerettet werden will. Vielmehr geliebt, akzeptiert und durchschaut werden wollte. Denn eines ist klar, wer retten will, tut aus Sorge. Doch wer liebt, tut nur dies. Das einzusehen, rettete mich. Rettete mich vor all dem Urteil, das ich über die Welt gefällt hatte und nun in dieser bestätigt fand.

Als ich das Urteilen beendete, wurde es still in und um mich. So konnte ich die Stimme Gottes endlich wieder vernehmen, wahrlich hören und all die Liebe darin spüren, von der mich zuvor das eigene Urteil schalldicht getrennt hielt. Also wurde ich wieder Eins mit Gott und nie war es anders. Lediglich mein Irrtum hielt mich davon ab, die Liebe in allem wahrzunehmen.

In Gottes Wirklichkeit gibt es keinerlei Grund für Angst, Ärger, Deutung und Groll. Gott machte auch keine Krankheit und keinen Tod. Er greift nichts an und allein sein Urteil ist gerecht, da es frei von Strafe ist, nur vom Irrtum befreit und heilt, was sich aus Unwissenheit blind selbst verletzt. Ich schau nach dem Licht im Hier und Jetzt, denn Gott und sein Lehrer sind immer mit mir und auch in allen Geschwistern präsent.

Der sicherste Ort ist die Wirklichkeit, auch Jetzt genannt. Ein Merkmal für Gottes Gedanken zeigt sich darin, dass diese die Wirklichkeit nie verlassen. Das geht auch gar nicht, denn es gibt nicht mehr als die Wirklichkeit, die Gott erschaffen hat – für sich und alle seine Kinder. Doch es gibt auch nicht weniger.

Nichts was mich beunruhigt – stammt von Gott. All dies resultiert tatsächlich aus meiner Fehlwahrnehmung, aus Deutung ohne Licht und letztendlich der Lieblosigkeit, die ich einer Wirklichkeit andichte, die wahrhaft reine Liebe ist.

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