Konfliktreich a.D.

5 Schritte in Gedanken

1

Das Reich aller Konflikte ist ein Verstand, welcher Angst bezeugt oder auch nur hemmungslos beweisen will, dass er besser als ein anderer Verstand ist und sogar die Fähigkeit besitzt, Probleme zu lösen, die noch gar nicht im Raum stehen, nicht einmal in dessen Nähe gelangt sind. Also Probleme, an die man gar nicht denken könnte, würde der Verstand diese keinesfalls aktiv herbeisehnen, beziehungsweise fokussieren.

2 – Beobachtung

Ein Wissenschaftler entdeckt etwas und stirbt irgendwann – ohne Anerkennung. Ein weiterer Wissenschaftler greift das Thema nach dem Tode des Ersten auf – und macht sein eigenes Ding daraus. Vielerlei ungeklärte Dinge geschehen im Konfliktreich, welches die ganze Welt beherrscht. Alles, was der Verstand macht, erweist sich als vergänglich und gibt sich lediglich den Anschein, einer Verbesserung würdig zu sein. Ein Placebo bleibt ein Placebo, gleichgültig wofür der Patient diesen hält.

3 – Zwischenhoch

Das Konfliktreich ist im Himmelreich unbekannt. Dort erkennt man einander und der Gedanke Problem ist ein bedeutungsloses Fremdwort, das nicht zur himmlischen Ausdrucksweise gehört. Das Problem und der Himmel haben keinerlei Gemeinsamkeit und können deshalb auch niemals zueinander finden. Hier ist der himmlische Geist derart rein und frei, dass sich nichts Belastendes, nichts – was sich selbst nicht erschaffen kann, darin auch nur den winzigsten Moment halten könnte, geschweige denn – überhaupt derart weit steigen.

4 – Verweilen auf Wolke 8

Der Geist im Menschen ist immer dort – im Himmelreich. Der Verstand des Menschen ist hauptsächlich in seinem Konfliktreich auf Erden unterwegs.
Der Verstand im Menschen ist auch (im) Geist. Genauer beschrieben, ein kleiner Schatten oder auch Punkt im Heilen Geist und nur vorübergehend – nicht mehr derart rein, wie er einst auf Erden erschien. Dennoch hat der Heile Geist im Menschen, nachwievor alle Macht und wenn es notwendig wird, macht er sogar manchmal bemerkbar. Dies sind dann die Momente, in denen Menschen fähig sind, etwas ihnen bisher – an und für sich unmöglich Erscheinendes – zu bewegen, zu erreichen, zu wagen, zu wissen.

Wahrscheinlich ist, dass jeder schon mindestens einmal eine derartige Erfahrung gemacht hat. Zum Beispiel immer dann, wenn man eine Situation erstaunlich gemeistert hat, auf die man sich in keiner Weise hatte vorbereiten können. Doch noch eindrücklicher ist für mich das Beispiel, wenn ein Mensch sich betrinkt und dann durch eine vollkommen unerwartete Nachricht, ein Bild oder ein sonstiges Ereignis – von einer Sekunde zur nächsten – sozusagen schlagartig wieder stocknüchtern ist. Dieser Mensch steckt nachwievor in demselben Körper, welcher nur Sekunden zuvor noch lallte und schwankte, und ohne Vorankündigung – sind all diese Merkmale der Betrunkenheit weg. Oder noch leichter durchschaubar, wenn ich, beziehungsweise ein mir nahestehender Mensch – die Spontanheilung von einer Krankheit erlebt, die jahrelang als unheilbar galt.

5 – Geistesgegenwärtig

Daraus könnte man doch ableiten, dass dies alles Programme im Verstand sind, die den natürlichen Frieden stören. Der reine Geist im Menschen – hat daran keinen Anteil. Und wenn sogar das Betrunkensein ein Programm des Verstandes darstellt, welches dieser sorgenvolle Zeitgenosse – mit Hilfe des Körpers – immer wieder abspielt, bringt das natürlich weitere Fragen mit sich. Zum Beispiel, was ist in meinem Verhalten, meinem Dasein, meiner Existenz als Mensch – ein unbemerkt nachgeahmtes Programm und was ist echt, was ist die Wirklichkeit – welche ich tatsächlich erfahren kann und will, wenn ich den Verstand öfter mal vom Spielfeld nehme?

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