Empfehlung des Tages 9

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Die Liebe dehnt sich aus und umströmt, hüllt schützend ein, was sich nicht wehrt. Wehrt, gegen die Liebe und all das Leben, welches sie bedingungslos gibt und gibt und dies ewig. Dieses gänzlich liebenswerte und gänzlich liebevolle Leben einfach so schenkt und dies in mannigfaltiger Form, dass du und ich tatsächlich darin uns selbst darstellen und scheinbar mehr und auch weniger sein können. Grad so, wie es uns in Gedanken beliebt. Uns wird gegeben, was wir in uns mit Aufmerksamkeit beleben, da dies in des Schöpfers Ohren, wie ein Ruf nach mehr davon klingt. Dann wird das beharrlich Bedachte, auf unsichtbaren Wegen dem Rufer zugeführt. Also das, was dem Kinde Gottes in seinen Gedanken, derart lieb und teuer war, dass es kaum von dem Bilde in sich ablassen konnte.

Wahrlich leben wir in dem Einem und sind alle ewig miteinander verbunden, mit dem Einen und in diesem, ganz natürlich und selbstverständlich auch mit einem jedem Menschen, dem wir begegnen, in unserer begrenzten Welt der Wahrnehmung. Während die innere Welt, das Zuhause des Geistes in unserer Vorstellung, nun überhaupt keine Grenzen erlebt. Die tatsächliche Einheit und Gänzlichkeit ist wahrhaft unvorstellbar. Dafür reicht selbst die Fantasie des flippigsten Verstandes nicht mehr aus.

Doch was passiert, wenn in dem Einen Unruhen entstehen? Dafür gibt es ein sich der Wirklichkeit annäherndes Beispiel. Hier stelle man sich einen Kampf der Wellen im Meer gegeneinander vor. Jede einzelne Welle besteht aus Millionen von Tropfen, von denen wiederum jeder mit dem Meer offensichtlich verbunden bleibt. Also mit dem Ganzen, gegen das ich mich als Welle unmöglich erfolgreich wenden kann. Da es mein Fundament, mein Rohstoff, letztendlich mein wahres Selbst ist. Ich kann mich als Welle, nicht von mir selber trennen oder vom Ganzen, in dem mein Leben als Tropfen in der Welle, vom Ursprung an ein ewiger Bestandteil bleibt.
Ohne Poesie ausgedrückt, könnte man auch an die Enden – eines ausgewalzten Teigstücks denken, welche sich gegeneinander erheben, unwissend darüber, dass sie eine Mitte miteinander teilen und in Wahrheit Eins sind und nicht voneinander getrennt. Was würde dieser Kampf bewirken? Wem könnte er nützen? Wohl kaum, den sich, in ihrer täuschend echt wirkenden Illusion, als eigenständig wahrnehmenden Teigenden  und auch nicht dem, der den Teig zubereitet und ausgerollt hat. Also jenem, der weder davon weiß noch sich vorstellen mag, was während seiner Abwesenheit und hinter seinem Rücken in der Küche passiert. Allerdings frag ich mich, was könnte der Teig schon Schlimmes anrichten, was der Teigbereiter nicht wieder berichtigen kann?

Das Bild mit den kämpfenden Teigenden, kam mir erst beim Schreiben in den Sinn und brachte natürlich das Lachen mit sich. Nun erinnere ich mich auch daran, was die Empfehlung war:

Komm in die Stille. Backe einen Kuchen, oder tu, was auch immer dir in der Stille im Geist erscheint. Und wenn da nichts angeregt wird, tue nichts. Liebe den Moment einfach mal so, wie er ist. Lass jede Vorstellung davon, wie der Moment sein könnte, los. Nimm die Wirklichkeit an und erkenne dich selbst in ihr.

Ja. Genau das tue ich jetzt. Was sollte ich auch sonst tun? Zumal mich die Lektion 80 in Ein Kurs in Wundern einsehen ließ, dass es unmöglich ist, ein Problem zu haben, das nicht bereits gelöst ist. Schon an dem Tag, an dem ich diese Lektion zu lernen begann und auch in so manchem der nachfolgenden Tage, zeigten sich mir vergangene Erfahrungen in einem hellen Licht. Und zwar derart, dass ich staunend erkannte, dass der Gedanke wahr ist.

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Dankeschön, dass du hier liest und deinen Geist, mit diesem sanften Tun, von Irrtümern befreist und auch von manchem Wahnsinn erlöst.

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