Die Stimme

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In seinem Kopf kann der Mensch derart viele Stimmen hören, wie er sich Gestalten in sein Leben denkt. Jedoch nur jene eine Stimme, welche keinen Widerhall in seinem Kopf erzeugt, ist die ihm einzig wohlgesonnene und weist ihm den rechten Weg, hin zur Heilung von allem. Diese sanfte und absolut klare Stimme wird dem Menschen stets dann in sich wahrnehmbar, wenn er keiner anderen im Moment folgt. Sie erklingt in des Menschen Stillheit, ist lautlos und dennoch fühl- und unverwechselbar.

Ist der Mensch sich diese Erfahrung wert, kann und wird er in sich lauschen, und die Stimme wird ihm antworten. Doch auch, wenn das ich in einem Menschen, zutiefst in Bedrängnis gerät, die keinerlei Ausweg ersinnen lässt, kann die Stimme den Gefundenen erreichen. Dann zeigt sogar die Hilflosigkeit ihr Gutes und macht den Empfangskanal frei. In diese innere Freiheit wird die rechtgesonnene Stimme nur Gedanken fließen lassen, die in keiner Weise von drängender Art sind. Vielmehr wird etwas gegeben, dass in dieser Form zuvor noch nie geschah. Man bekommt eine Antwort, die augenblicklich hilft, von Problemen und Zweifeln erlöst, die fehlerhafte Sicht des Lebens vom Irrtum befreit oder einen blinden Fleck ausräumt. All dies passiert im Menschen, weil auch dort im Menschen, all jenes vorgegart wird, was ihm die Welt in Folge zum Dinner serviert.

Ob ein Mensch in sich der Stimme des Christus folgt, kann er am wachsenden Wohlgefühl, Freiraum und dem stärker werdenden Licht in seinem Leben zweifellos ablesen. Und wenn die Stimme dir liebevoll aufzeigt, dass sie mehr über dich weiß, als du selbst, dann kann dies nur die Stimme deines Schöpfers sein. Denn wer könnte mehr über dich wissen – als du, der du doch scheinbar beständig bei dir warst? Nur dein wahrer Schöpfer, dein wirklicher Lebensgeber, den du niemals verlassen kannst und er nicht dich, hat deinen Bau- und Lebensplan im Griff. Und die Liebe, als der Urgrund allen Seins, hält alles Geschöpf und Schöpfende in sich heil und geeint. Dies in alle Ewigkeit und sonst nirgendwo.

In der Welt wirst du nicht finden, was du wirklich suchst. Jenes, was dir das Leben gab und bis in das Jetzt erhält, kam nicht aus der Welt in dich. Man hat es dir nicht in den Mund gesteckt, auch nicht gezeigt oder in die Ohren geblasen. Es war schon da, bevor du dich selbst darin ausgeformt hast. Dann begannst du die Welt zu gestalten, durch dein Wachstum größer zu machen, bis sie dich das Fürchten lehrte und du ihr anscheinend hilflos ausgeliefert warst. Also dem, was du selbst in dir vorgelegt hast.

Nie lieferte dich Einer aus. Du gabst dich selbst, wo immer du wolltest, doch der Schöpfer gab wahrlich dir die Welt, damit du lernst und die Liebe in ihr mehrst, die dir als Stille unerschöpflich übereignet wird. Dein Schöpfer stellt dir alltäglich das Wunder zur Verfügung und keinesfalls dich dem Übel. Du hast Letzteres scheinbar in der Welt gefunden, ausgeschmückt und auf dich wirken lassen, ohne dir dabei deiner Anteilschaft und Wirkmacht gewahr zu sein. Dies ist nun vorbei, denn ab jetzt kennst du das Ergebnis von Ablehnung, Streit, Neid, Missgunst und hartem Urteil – mehr als zu genüge. Deren Ergebnis ist nichts. Nichts Wirkliches, nichts Bleibendes, nur ein schwebendes Verfahren, das nicht mit denselben Mitteln aufgelöst werden kann, mit denen man es erzeugt hat. All dies ist nichts – was dich jemals glücklich gemacht hätte, und dadurch wertlos bleibt – für dich und deine Welt.

Nur ein Bedürftiger würde das Wertlose in seinem Leben mehren wollen, doch wer bedarf schon wirklich all dieser Widerstände und glaubt noch dazu, damit sein Glück zu machen, während der Irrtum in jedem Moment, sowohl offensichtlicher als auch fühlbarer wird?

Was bist du dir wert? Frieden, Liebe, Stille, Freude und Glück, dann folge deines Schöpfers Willen und lass all dies in dich ein und sich ausdehnen in dein Leben hinein. Wehre nicht weiter in dir ab, was dir kein Mensch in der Welt jemals nehmen oder geben kann, weil es einzig in dir ist und damit du es in die Welt einbringst.

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