Stille Entscheidungen

von Luxus Lazarz

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Es ist unwahrscheinlich, dass alle Menschen zur gleichen Zeit denselben Gedanken denken. Doch die Stille zwischen den Gedanken, ist beständig nur die Eine Stille, die alles in unsichtbarer Art miteinander vereint. Unser Geist lebt wahrlich sozusagen in einem Treibhaus der Stille und macht sehr viel Lärm dabei. Dennoch kann jeder Mensch sogar in der Stille des Anderen ruhen, da die Stille ein Licht ist, welches keine Farbe hat und weder einer Form noch Moden unterliegt. Sie ist nicht greifbar, dennoch hör- und fühlbar und paßt sich in jeden Moment unnachahmlich ein. Tatsächlich ist die lebendige Stille einfach immerdar. Stets dann, wenn man Sie in sich selber Sein läßt, wird es offenbar.

Ein Bild für die mögliche Ausdehnung der Stille, durch hingebungsvolles Stillsein im Geist, ist zum Beispiel die Mutter, welche ihr Kind in den Schlaf wiegt. Heutzutage glaubt man sogar, dass es die innere Aufregung und Sorge der Mutter sei, welche das Kind lediglich im Ausdruck widerspiegelt. Wenn die Mutter sich beruhigt, wird auch das Kind wieder ruhig. Dann schließt sich der Kreis und das Licht wird in den Gesichtern von Mutter und Kind sichtbar.

Die Mutter hat in jenem Moment für sich und das Kind still die Entscheidung getroffen, ihre eigene Aufregung loszulassen, um sich ganz still dem Kind zuzuwenden. Derart half sie sich selbst und gleichfalls dem Kind, wieder in ihren ursprünglichen Zustand einzutauchen.
Und hier erinnere ich mich, wie erholsam und manchmal gar zauberhaft all diese Momente der Stille sind. Und erinnere mich ebenfalls daran, dass es allein meine Entscheidung ist, wo und wann ich mich der Stille in mir zuwende. … und dann derart, die Welt um mich herum, ohne jeden Kommentar erschaue. Stetig öfter dämmert es mir, wie abwegig es wirklich ist, dem Lärm der Welt mehr zu vertrauen, als dem stillen Leben in mir selbst und dem Anderen.

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