Vom Kampf um das Licht

von Luxus Lazarz

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Der Kampf um das Licht, ist ein Kampf gegen das Licht. Ein wahrhaftes Schattenboxen, das ein Mensch niemals in sich und seiner Welt gewinnen kann. Denn jeder Schlag, den er dem, als Gegner des Lichts Verurteilten zufügen kann, wird keinerlei Wirkung in diesem hinterlassen. Da es sich bei jedem Schatten, ja lediglich um einen Schatten der Wirklichkeit handelt, erweist sich diesen zu bekämpfen, tatsächlich als aussichtslos und somit wahnsinnig. Die Regel ist, dass der Kämpfende sich selbst verletzt, wie zum Beispiel, wenn er die Mauer, welche hinter dem Schatten verborgen steht, hart trifft.

Kurz gefaßt, hier kämpfen keine Titanen gegeneinander, auch nicht das Gute und das Böse. Beides sind wahrlich nur Schatten im Lichte der Einheit. Schattengestalten, die um eine Wahrheit ringen, welche im Reich der Schatten, gar nicht errungen werden kann. Nur der sich auflösende, sich läuternde Schatten erkennt, dass er selbst Bestandteil des Lichts ist und stets gegen nichts kämpft, dennoch sich selbst dabei trifft. Der Schatten in uns ist vergänglich. Das Licht jedoch ist beständig, war und bleibt immerdar. Es braucht nicht wiederkommen, lediglich erkannt werden in uns selbst und in der Welt, die den Menschen in seiner Wirklichkeit umgibt.

Das schattenreine Licht in uns, ist unverletzlich und braucht nichts abzuwehren. Dennoch oder wahrhaft gerade deshalb, gibt es keine bleibenden Spuren im Licht. Also Spuren von all jenem, was als Form durch das Licht ging. Im Licht erschien, atmete, sich in mannigfaltiger Art bewegte, tönte und schlief. Und letztendlich wieder verschwand, spurlos – im Licht, das blieb.

Die Spuren all jener Gedanken, die man einst glaubte zu lieben, kann man nur im Materiellen sehen. Doch man kann diese Spuren auch nur sehen, wenn da Licht ist. Licht, das schon immer war, beständig alles um- und durchströmt, auf was immer ein Mensch auch blickt und mittels seiner Gedanken sein Umfeld überschattet. Zum Beispiel mit Vorbilderschatten, die man zwar nicht wegkämpfen, doch mit Einsicht erkennen, sich deren Wahl liebevoll selbst vergeben, beziehungsweise diese einfach mit Stille umarmen oder gar froh hinweglachen kann.

Wenn ich ein Grübler bin, ein professioneller Sucher nach der Wahrheit, wehre ich das Licht in mir ab und quäle mich zunehmend selbst mit Zweifeln. So führe ich einen aussichtslosen Kampf gegen das Licht, gegen die Stille und den Frieden in mir. Und das ist total verrückt, wenn ich in mir beharrlich vertreibe, was ich tatsächlich will.

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Wenn das Licht jenen Raum bildet, in dem alles Natürliche bis Künstliche erscheint und vergeht sowie all das Sichtbare darin, in unsichtbarer Verbindung zusammenhält, kann das Erscheinende und Vergehende nur durch die Bildung eines Kontrastes im reinen Licht gesehen werden. Der Kontrast ist mein Urteil und passt sich der Stärke des Lichts an, in der ich deute, was ich glaube zu sehen. Ohne Urteil, kein Kontrast; ohne Urteil, kein Unterschied in all dem Licht, in dem man zwar als vergängliche Form erscheint, jedoch ewig fühlbar lebendig sowie geliebt Ist und verweilt.

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