Unschuld

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Unschuld vergleicht nichts gegeneinander, sieht keine Gefahr und auch keine Not. Dennoch ist die Unschuld jederzeit bereit zu helfen, ganz derart wie sie kann, wenn sie fühlt, dass Trost gebraucht wird. Unschuld ist ein rein geistiger Zustand, welcher frei von Erwartung, Begehren, Urteil oder gar Vermutung ist. Unschuld ist auch frei von Furcht, denn in ihr ist nichts, was bedrohlich scheint. Unschuld kann nur Unschuld sehen, ebenso wie der Zornige nur die Zornigen sieht oder der Feige andere Feige, die in seiner Sicht meist noch feiger als er selber sind.

Unschuld will die Welt nicht verändern, sondern lernen, einfach so – ohne festes Ziel oder Plan. Unschuld ist unwissend und sicher in Gott, auch dann, wenn die Unschuld dies nicht versteht. Unschuld empfängt mit Leichtigkeit und reicht auch ebenso weiter, wovon sie im Überfluß hat. Empfangbar fühlbare Werte, wie Liebe, Frieden, Freude, Dankbarkeit.

Mit dem ersten Vergleichen des Einen mit dem Anderen, beginnt sich die Zeit der ungetrübt kindlichen Unschuld aufzulösen. Die zuvor wahrgenommene Einheit allen Lebens verblaßt. Doch all jene, die sich daran erinnern können, was Unschuld wirklich bedeutet, kehren schrittweise zu ihrer Unschuld zurück. Die unvergänglich in ihnen wirkt und vollständig in der Liebe Gottes umsorgt und gehalten wird.

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