Der Frieden im Mehl

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So wunderbar ist die Welt, wenn du und ich im Licht sie schauen. Mehr wissen, braucht man gar nicht, doch dem Anderen – in mir – ist dies ungewohnt und erscheint mir manchmal auch zu wenig. So fragte ich den Heiligen Geist: Was könnte ich der Welt noch geben, was könnte ich noch tun, was ich bisher nicht tat? Die Antwort kam, bevor ich hatte die Frage zu Ende gedacht. Und diese Antwort war der Beginn einer tagelangen Reise, deren Inhalt in der Kürze – der hier – lesbaren Zeilen manifest ward.

Gib Stille und Frieden, denn von allem Anderen – hat die Welt nun wahrlich bereits mehr als genug. Denn siehe, das weltgewandte Schöner, Besser, Weiter, Höher und Schneller – haben sich doch offensichtlich stetig wieder selbst überholt.

Aber, werd ich dann nicht einsam sein?, stieg als nächste Frage in mir auf. Dennoch war dies ein Aber, das mich im selben Moment, herzlich lachen ließ. Wie könnte man auch, all*ein mit Gott – jemals einsam sein? Das war schon kein Witz mehr, vielmehr als Frage getarnt, bereits der Joker des Jahres. Und ich erinnerte mich, dass in der friedvollen Stille herrlich leicht die Freude weilt. Und so gar nichts, konnte diese Freude von dort vertreiben, solange ich nicht aus Übermut, Eile, Ungeduld oder irgendein winziges Wollen über das Gegenwärtige hinaus, mit Seinem Frieden in mir brach.

Stille und Frieden sind und bleiben, jene wahren Fundamente der Freude in uns, die dem Kinde einst fraglos selbstverständlich schien. Einer unerschütterlichen Freude, aus der sich alles entfalten kann, was in uns sanft wartend schlummert, verborgen unter Scherben, Asche und Staub sowie mancherlei Findlingen, die man irgendwann sammelte in aller Welt. Damit kaschierte, begrenzte, gar maskierte, was unser wahrhaft freies Leben ist und ewig bleibt. Ein Geschenk von dem Einem, dass dir und mir – diese Freude vermittelt, die keinesfalls von dieser Welt ist. Nicht greifbar, dennoch fühlbar und anschaulich wirksam. Sie quellt in uns, wirkt durch uns, und ohne Widerspruch, umarmt Sie alles – was wirklich Ist und begrüßt ohne Zögern ebenso all das – was kommen mag. Diese Freude ist die Liebe, welche ewig in und um uns währt und keinerlei Bedingung stellt, um uns weiter und weiter lebendig zu halten.

Das leuchtete mir unmissverständlich ein. Das Geben von Stille und Frieden, war also eine Art Mehl im Weltenkuchen. Denn so, wie das Mehl im Kuchen, all die – für ein Gelingen benötigten Zutaten bestmöglich miteinander verbindet, tun es ebenfalls die Stille und der Frieden in uns und unserem Leben.

So könnte man schließlich zu der Einsicht gelangen, dass wahrlich alles Erfreuliche in unserem Leben, ja sogar das Leben Selbst an dessen Entstehungsort, stets irgendwie mit Stille und Frieden begann und auch darin endete, um sich weiterhin endlos fortzusetzen, immer dann, wenn des Menschen reiner Geist in Ihm, in Gott – frei ist und somit empfangsbereit, für eine weitere Möglichkeit das Leben wahrzunehmen.

 

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