Versöhnung

von Luxus Lazarz

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Eine mehrtägige Reise liegt hinter mir. Sie war erstaunlich. Da gab es einen Moment, in dem ich – wie von oben – meine offiziell amtlich verbürgte Familie sah. Weit gestreut über das Land, erblickte ich jeden Einzelnen in seiner selbstgemachten nahen Welt. Ich fühlte die Freude, das Lebendige und auch mancherorts Einsamkeit und Angst. Und währenddessen wurde mir bewusst, dass zum Beispiel alle Eingeheirateten und auch jeder, den ich als Kind erstmalig wahrnahm – mir zuvor völlig unbekannte Menschen gewesen waren. Das Unbekannte löste sich mit der Zeit auf, weil es eben – wie ich mir heute gewiss bin – lediglich eine Illusion darstellte. Es war nur ein Traum – vom Getrenntsein im Geist, ein Traum, der verging.

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Offenbar sind wir alle eine Familie. Wenn du beginnst – jeden Menschen, dem du begegnest, der in deiner gottgegebenen Wirklichkeit erscheint, beziehungsweise hörbar ist, als einen Teil deiner Familie anzuerkennen, wird es dir zunehmend schwerer fallen, über den Anderen zu urteilen. Möge er dir auch noch so unbekannt dünken, sieh ihm frei vom Vorurteil in die Augen, fühle die gemeinsame Quelle Eures Lebens, und einen jeden – wirst du dann als Mensch erkennen können, so wie du und ich – hier und jetzt – auf Erden Menschen sind.

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Cousine Angela, Neffe Jens, Onkel Karl und Nichte Greta, wie wenig haben wir in unserer Wirklichkeit mit ihnen – jemals direkt zu tun gehabt? Wie oft blieben sie lediglich – einzig Schattenfiguren in unserem Geist? Dennoch wünschen wir all diesen, auch noch so entfernt lebenden Verwandten – nur das Beste, genauso – wie uns selbst. Denn so, wie sie uns nicht helfen können, unser Leben wahrhaft freudvoll zu erfahren und darüber hinaus als ein überaus großzügiges Geschenk anzuerkennen, können auch wir für jegliche Verwandtschaft – nur eines tun, vergeben, segnen und lieben. Somit letztendlich tatsächlich in Ruhe sein lassen – wie sie sind, dies wahrlich und in uns. Was wiederum bedeutet, es nicht nur für den Anderen, sondern gleichfalls auch für dich selbst zu tun und für einen jeden, den und der – dein Leben unausweichlich berührt.

Dabei sind wir, unserer wahren Art entsprechend, vollkommen friedlich gesinnt. Ein Geschenk der Nächstenliebe, welches derart wirkt und reicht, dass es allemal die Vorstellungskraft des menschlichen Verstandes übersteigt und diese sanft – mehr und mehr – ins Lichtvolle lenkt.

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Zitat: „Die Versöhnung könnte mit einem totalen Entrinnen aus der Vergangenheit und einem völligen Mangel an Interesse für die Zukunft gleichgesetzt werden. Der HIMMEL ist hier. Es gibt keinen anderen Ort. Der HIMMEL ist jetzt. Es gibt keine andere Zeit.“
(Aus Ein Kurs in Wundern, OE, HfL, K. 24, Abs. 6)

Erinnerung: Was jetzt nicht ist, ist nicht.

Hinweis: Der Kurs in Wundern ist eine Geistesschulung, die das gewohnte Denksystem auf den Kopf stellt, was zu erstaunlich segensreichen Ergebnissen führt.

Derart, wie der Geist in uns die Welt betrachtet, nur derart kann diese für des Körpers Augen erscheinen, weil man es dem Anschein nach – dann wohl so will. Denn in jedem Jetzt – hat ein Mensch beständig die Wahl und kann problemlos – auch alles ganz anders sehen, beziehungsweise mit dem reinen Geist eines Kindes wahrnehmen.

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Danke fürs Lesen und deine Freude im Sein. 🙂

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