Des Bemerkens wert

von C. Luxus Lazarz

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Vor vielen Jahren fand ich in dem Buch von Sanaya Roman„Zum höheren Selbst erwachen“ – einen Hinweis, der mir einleuchtete. Sie schrieb, dass wenn man Gott um den schnellsten Weg zum Glück oder irgendeiner Lösung bittet, man auch manchmal an ein paar unfreundlichen Nachbarn vorbeigeführt werden kann. Denn die Bitte lautete ja ’schnell‘ und nicht sanft.

Bitten werden gehört und erfüllt. Bin ich zum Beispiel meine Arbeitsstelle leid und bitte, um Befreiung davon, kann es auch die Kündigung sein, welche auf diese Bitte folgt. Dann sitzt man da und weiß gar nicht, wie einem geschieht, anstatt sich zu freuen, dass der Wunsch erfüllt worden ist. Eventuell hat man in diesem Moment sogar vergessen, dass es die eigene Bitte war, welche den sogenannten Stein ins Rollen gebracht hat. Und sogar dann, wenn man zum Beispiel um eine bessere Arbeitsstelle bat, kann eine vorherige Kündigung durch den Arbeitgeber – durchaus Bestandteil der Erfüllung des Wunsches sein. Denn erst dann, ist man tatsächlich frei, um etwas Neues zu empfangen. Und man kann die freie Zeit dazwischen wunderbar zur Erkenntnis nutzen, warum man überhaupt erst in eine Situation gekommen ist, die nicht mehr tragbar schien. Dann könnte man unter anderem entdecken, dass manche Kollegen gar nicht so schlimm waren, wie man diese sah. Denn auch der Andere – wird von wieder Anderen geschätzt und geliebt, wodurch sich einsehen lässt, dass die Wahrnehmung einer Situation – tatsächlich stets im Auge, beziehungsweise in der geistigen Suchrichtung des Betrachters liegt.

Bevor ich mir dessen bewusst wurde, hab ich mir und meinen Mitmenschen oft das Leben wegen Nichtigkeiten schwer gemacht. Das Umlernen war zwar kein rasanter Weg, dennoch hat sich die neutrale Rückschau – auf eine jede unliebsame Erfahrung – letztendlich gelohnt. Es hat mich schließlich dahin gebracht, dass ich nun stets frage: Was ist das Gute daran, was ist das Licht darin? Die Antwort blieb nie aus, und auch dann, wenn sie nur ein Schweigen war, half mir der Moment der Besinnung, alles vor mir Liegende leichter anzunehmen.

Auch, wenn es unglaublich klingen mag, weiß ich nun, dass alles vollkommen ist, wie es sich mir zeigt. Immer seltener verspüre ich den Drang, mich einzumischen. Ich muss nicht recht haben, will nur freudvoll, in Frieden und glücklich sein in Gott und tatsächlich erkennen, dass dies den Kindern Gottes vorherbestimmt ist. Nur so ist man aus meiner Sicht, wahrlich hilfreich für sich selbst, die Nächsten und das Ganze sowieso. Und es liegt mir fern, weiter darauf zu bestehen, dass ich Probleme habe(n will). Will vielmehr mit Staunen und Freude weiterhin still beobachten, wie die von mir einst mit Leidenschaft gemachten Fehldeutungen und Vermutungen – ersetzt werden, durch das mir zuvor Unvorstellbare. Erlösend ist für mich auch die wundervolle Erkenntnis, dass das Glück keine Langeweile kennt, dies gleich gültig, ob ich lächelnd auf der Couch abhänge, mitten in einem Sturm stehe oder sonstwie vom Leben bewegt werde.

Danke fürs Lesen.

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