Einfach sein

von C. Luxus Lazarz

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Gott ist nicht nur unendlich geduldig mit mir, Er ist auch derart gütig, dass ich es mir kaum vorstellen kann. All das, was ich mir als Fehler und Schwächen andichte, übersieht Gott kommentarlos, da Er mich, ebenso wie alle Seine Kinder, vollkommen erschuf. Er hat keinerlei Anteil an der – mir eigenen Verwirrung. Aus diesem Grund sehe nur ich, was mich stört – an mir selbst und in der Welt. Bevor ich mir dessen jedoch tatsächlich gewahr werde, weil ich irgendwann unausweichlich erkenne, wo und wie oft ich mich in meinem Urteil geirrt habe, nehme ich all jene Mängel, die ich mir eigensinnig, doch unbewusst zuschreibe – an und in meinen Brüdern und Schwestern wahr, die mich alltäglich umgeben, die ich in Filmen und im Fernsehen sehe, mit denen ich mich vergleiche, um mich besser oder schlechter zu fühlen, als Gott mich wahrlich gab und liebt. Stets bin ich dabei mit der Versuchung konfrontiert, etwas Unmögliches erreichen zu wollen. Denn der Andere, änderte sich nie für mich.

Es ist einsehbar, dass diese Art das Leben wahrzunehmen, mich auf Dauer nicht – glücklich stimmen wird. Da jenes, was unbeständig in mir kreist, immer wieder etwas finden wird, womit es mich runterziehen oder vorübergehend scheinbar hochziehen kann. Faktisch wegziehen will – von jenem, was ich tatsächlich bin und bleibe, weil Gott es so bestimmt hat. Bin ich allerdings so, wie Gott mich gab und ewig hält, ist da lediglich makellose Stille in mir wahrnehmbar, pure Lebendigkeit, reines Sein – also nur das, was ich wirklich bin. Dieses „nur“ wiederum ist alles, beinhaltet alles, kann und weiß alles, da es die Quelle des Lebens und die Liebe Selbst ist. So kann ich tatsächlich in jedem Moment meines Lebens wählen, ob ich in Liebe sein will, oder mich in einen Schleier aus Gedanken und Wahrnehmungen hüllen, die mich von Gottes Güte und Gnade unbarmherzig trennen.

Ja, ich kann mich ängstigen, maßlos sorgen, in Zukunftsfantasien verlieren und der Vergangenheit im Jetzt den Steigbügel halten. All das kann ich tun, doch ist es wirklich das – was ich will? Wahrlich gar nichts in mir ruft hier: Ja, das will ich. So zeigt sich also letztendlich, dass es wohl mein einziger Mangel ist, mich mit Beharrlichkeit – in Gottes Liebe leiden zu lassen. Selbst für mein Ego ergibt diese Wahl in diesem Moment keinerlei Sinn, was ich in stiller Freude als einen Fortschritt annehme. Einen wunderbaren Schritt fort von jenem, was weder mir noch meinem Nächsten – jemals dienlich war und ist. Gleichfalls ist dieser Fortschritt ein Schritt hin zu jenem, was ich will und wirklich bin, ein Licht der Liebe – genau wie du, ausnahmslos.

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